Der Post-Konkurrent Pin hat die Löhne seiner rund 600 Briefzusteller nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts wie angekündigt gekürzt. Der Stundenlohn sei auf 8,50 Euro gesenkt worden, sagte Pin-Vorstandschef Axel Stirl. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisierte die Lohnsenkung als "unsozial".
Das Bundesverwaltungsgericht hatte auf Klage von Pin, des Briefzustelldienstes TNT sowie des Arbeitgeberverbandes Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste (BdKEP) den Mindestlohn für Briefzusteller Ende Januar für unwirksam erklärt. Als Folge des Urteils sind die bundeseinheitlichen Stundenlöhne von 9,80 Euro für Zusteller sowie von 8,40 Euro für Verteiler und Fahrer nicht mehr verbindlich.
Pin-Vorstandschef Stirl sagte, die Senkung des Zusteller-Lohns auf 8,50 Euro habe sein Unternehmen bereits nach dem Urteil angekündigt. Das sei nun umgesetzt worden.Nach Angaben von Verdi liegt der Grundstundenlohn der Pin-Beschäftigten nun je nach Arbeitsvertrag zwischen 7,18 Euro und 8,22 Euro. Die gezahlte Differenz zu 8,50 Euro sei eine nicht garantierte, freiwillige Prämie, sagte eine Sprecherin.
Die Gewerkschaft verurteilte die Lohnkürzung als "unsozial und verantwortungslos". Verdi befürchtet, dass "nicht wenige" der Zusteller ihren Lebensunterhalt nun "trotz harter Arbeit in einer 40 Stunden-Woche" mit ergänzenden Leistungen aus Hartz IV bestreiten müssten.
Pin Mail wurde 1999 gegründet und beschäftigt inzwischen rund 1000 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist hauptsächlich in Berlin vertreten, wo auch die rund 600 Briefzusteller des Post-Konkurrenten auf den Straßen unterwegs sind. Außerhalb der Hauptstadt arbeitet Pin mit anderen privaten Dienstleistern zusammen.
10. März 2010 - 16.27 Uhr
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