Porsche einigt sich vor Gericht nicht mit klagenden Investoren
AFP VOM 27.6.2012 | Nachrichten - Allgemein | 708 Aufrufe Mehr zum Thema:Porsche, VW, Übernahme, Schadenersatz
Insgesamt Forderungen in Milliardenhöhe wegen VW-Übernahmeversuch
Das Landgericht Braunschweig hat am Mittwoch über erste Schadenersatz-Klagen gegen den Autobauer Porsche im Zusammenhang mit der versuchten Übernahme von Volkswagen verhandelt. Bei der Güteverhandlung kam es zu keiner Einigung. Porsche war 2008 mit dem Versuch gescheitert, den ungleich größeren Konzern VW zu übernehmen. Stattdessen übernimmt nun VW Stück für Stück Porsche. Insgesamt geht es bei mehreren Klagen um möglichen Schadenersatz in Milliardenhöhe. Für die beiden ersten Fälle beschloss das Gericht den 19. September als Verkündigungstermin.
Ein Kläger verlangt von Porsche nun 3,1 Millionen Euro Schadenersatz, da das Unternehmen im März 2008 jede Absicht dementiert habe, sich an VW mit 75 Prozent beteiligen zu wollen. Die entsprechende irreführende Mitteilung habe der Marktmanipulation gedient. Einer ebenfalls beklagten Frankfurter Bank wirft der Kläger vor, sie habe sich an der Marktmanipulation beteiligt.
Der zweite Kläger, eine Schweizer Anlagegesellschaft, will mehr als 1,5 Millionen Euro Schadenersatz ebenfalls wegen falscher Presseinformationen von 2008 über die weiteren Übernahmepläne. Die fehlerhaften Pressemitteilungen hätten zu Marktverwerfungen geführt.
Porsche weist alle Vorwürfe von Marktmanipulationen zurück und verweist auf die jeweils geltende Beschlusslage des Unternehmens. Bei beiden Klägern habe sich lediglich das übliche Marktrisiko verwirklicht.
Die V. Zivilkammer des Landgerichts wird sich aber noch mit ungleich höheren Schadenersatz-Forderungen beschäftigen müssen. Anhängig sind drei weitere Klagen über 351 Millionen Euro, 1,79 Milliarden Euro und 1,96 Milliarden Euro. Kläger sind internationale Investmentfonds aus den USA sowie die Deutsche Inkassogesellschaft, die nach eigenen Angaben entsprechende Schadensersatzansprüche institutioneller Investoren erworben hat. Die beiden Klagen der Inkassogesellschaft über zusammen mehr zwei Milliarden Euro richten sich auch gegen Volkswagen.
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