Porno-Pranger von Abmahnkanzlei verboten

Mehr zum Thema:

Urheberrecht - Abmahnung Rubrik, Porno-Pranger, Abmahnung, Filesharing, Abmahnanwalt, Pranger, Gegnerliste, Rechtsanwalt, Persönlichkeitsrecht

0 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
0

Die Veröffentlichung von vermeintlichen Filesharern duech Abmahnanwalt ist Druckmittel, keine Werbung

Eine große Abmahnkanzlei wollte Raubkopierer von Erotik-Filmen auf Ihrer Webseite namentlich bloßstellen. Die Kanzlei argumentierte für diesen so genannten Porno-Pranger mit Gegnerlisten, die auch auf anderen Webseiten von Rechtsanwälten zu Werbezwecken üblich seien.

Das Landgericht Essen untersagte den Internet-Pranger allerdings im Fall einer Frau, die von der Kanzlei eine Abmahnung erhalten hatte. Die Frau wehrte sich gegen die Abmahnung und dann auch gegen die mögliche Veröffentlichung auf der Gegnerliste der Kanzlei.

Arne Schinkel
Von Arne Schinkel
Mitgründer von 123recht.net und Frag-einen-Anwalt.de. Schreibt über das Recht aus ungewohnter Perspektive: seiner. Beachtet die Symptome und bekämpft die Ursachen. Weniger Paragrafen, mehr Eigenverantwortung. "Was jeder einzelne tun kann? Sehr viel: Verantwortung übernehmen. Und im Fall von Unrecht entscheiden: Da mache ich nicht mit!"

Das Landgericht gab ihr Recht: Die Veröffentlichung verletze ihre Persönlichkeitsrechte und diene nur als Pranger und Druckmittel, damit der Abgemahnte schneller zahle. Mit Werbung für die Kanzlei, so die Richter, habe das nichts zu tun.

Das Urteil hat nur Wirkung gegenüber der Klägerin. Die Kanzlei könnte andere vermeintliche Filesharer trotzdem ins Netz stellen, jeder Betroffene müsste dann dagegen vorgehen. (4 O 263/12)

Diskutieren Sie diesen Artikel
Das könnte Sie auch interessieren
Urheberrecht - Abmahnung Update! UC Rechtsanwälte wollen von einer Veröffentlichung der Adressdaten ihrer Abmahnopfer absehen