Polanski verweigert sich möglicher Auslieferung in die USA
AFP VOM 20.11.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 935 Aufrufe Mehr zum Thema:Polanski
Oscar-Preisträger seit September in Schweiz in Haft
Der vor zwei Monaten in der Schweiz festgenommene Oscar-Preisträger Roman Polanski verweigert sich einer möglichen Auslieferung in die USA. Zum einen sei der Vergewaltigungsvorwurf gegen den französisch-polnischen Filmemacher verjährt, sagte sein Anwalt Hervé Temime der Tageszeitung "Le Figaro". Zum anderen sei Polanski in den Vereinigten Staaten "kein anständiges Verfahren" gemacht worden. Aus diesen und anderen Gründen bleibe Polanski bei seiner Haltung: "Er wird es nicht hinnehmen, in die USA ausgeliefert zu werden."
Vielmehr hoffe er, dass der Antrag auf Freilassung "demnächst" akzeptiert werde, sagte der Anwalt. Er persönlich finde, dass es "eine außergewöhnliche Ungerechtigkeit" wäre, wenn Polanski noch länger in Haft bleiben müsse.
Die Schweizer Polizei hatte den Regisseur Ende September aufgrund eines US-Haftbefehls festgenommen, als er zu einem Filmfest nach Zürich reisen wollte. Die US-Justiz wirft Polanski vor, 1977 mit einem damals 13-jährigen Mädchen geschlafen zu haben, das er zuvor mit Alkohol und Drogen gefügig gemacht hatte. Der Filmemacher saß dafür 42 Tage in US-Haft, setzte sich vor Verfahrensbeginn aber nach Europa ab und kehrte seitdem nie in die USA zurück.
20. November 2009 - 10.53 Uhr
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