Pilotenstreik bei Lufthansa seit Mitternacht ausgesetzt
AFP VOM 22.2.2010 | Nachrichten - Allgemein | 2490 Aufrufe Mehr zum Thema:Lufthansa, Streik
Weiterhin Unregelmäßigkeiten im Flugbetrieb
Nach nur 24 Stunden ist der Pilotenstreik bei der Lufthansa in der Nacht ausgesetzt worden. Die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) und die Lufthansa verständigten sich am Montagabend vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main laut einer gemeinsamen Erklärung darauf, "unverzüglich und bedingungslos" an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Für heute soll noch der Sonderflugplan gelten.
Infolge des Streiks werde es auch in den kommenden Tagen noch zu Unregelmäßigkeiten im Flugbetrieb kommen, erklärte die Lufthansa. "Wir versuchen, gegebenenfalls einzelne Flüge auch zusätzlich aufzunehmen", sagte eine Unternehmenssprecherin. Ab Mittwoch sollten die Flugkapazitäten nach und nach hochgefahren werden, so dass voraussichtlich ab Freitag der Flugverkehr wieder normal sei.
Ursprünglich sollten die Arbeitsniederlegungen bis Donnerstagnacht dauern. Mit dem Vergleich wurde ab Montag 23.59 Uhr bis zum 8. März um 24.00 Uhr eine Friedenspflicht vereinbart. Die Piloten waren am Montagmorgen um 00.00 Uhr bei der Lufthansa, der Frachttochter Cargo und dem zum Konzern gehörenden Billigflieger Germanwings in Streik getreten. Nach Angaben der Lufthansa fanden am Montag mit 960 Flügen rund 45 Prozent der vor dem Streik vorgesehenen Flüge statt.
Die Lufthansa hatte am Montagmorgen beim Arbeitsgericht Frankfurt am Main einen Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen den Streik eingereicht. Den Antrag begründete Deutschlands größte Fluggesellschaft damit, dass der Streik rechtswidrig sei. Die Forderungen der Pilotenvereinigung verstießen gegen die unternehmerische Freiheit und gegen den Grundsatz der Niederlassungsfreiheit in der EU.
Es gebe noch kein konkretes Datum für die Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen, sagte die Lufthansa-Sprecherin. Zunächst müsse der Vergleich ausgewertet werden. Cockpit begrüßte die Wiederaufnahme der Verhandlungen ohne Vorbedingungen.
Die Pilotenvereinigung kämpft für die Sicherung der Arbeitsplätze der deutschen Lufthansa-Piloten. Sie wirft dem Konzern vor, zunehmend Flüge von ausländischen Tochtergesellschaften abfertigen zu lassen, bei denen die Piloten weniger Geld verdienen. Nach den Verhandlungen vor dem Arbeitsgericht ließ Cockpit allerdings die Forderung fallen, dass die Lufthansa Strafzahlungen leisten müsse, wenn sie Flugzeuge ihrer Tochter Lufthansa Italia aus Gründen der Kostenersparnis einsetze.
23. Februar 2010 - 07.10 Uhr
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