Passagier Richtung Detroit ruft "Ich will alle Juden töten"
AFP VOM 7.1.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 731 Aufrufe Mehr zum Thema:Terror, Flugzeug
Pilot bricht Startvorgang ab / 43-Jähriger festgenommen
Zwei Wochen nach dem versuchten Anschlag auf eine US-Passagiermaschine Richtung Detroit hat ein Passagier in Miami mit dem Ruf "Ich will alle Juden töten" einen Abbruch des Startvorgangs verursacht. Die Maschine der Gesellschaft Northwest sollte am Mittwochabend von Miami nach Detroit fliegen, als der Passagier aus Ohio die Passagiere mit seinen Rufen in Unruhe versetzte. Der Pilot beendete die Startvorbereitungen und steuerte die Maschine zum Terminal zurück, wo der 43-jährige Passagier festgenommen wurde.
Der Mann befinde sich in Miami in Haft und werde sich wegen Drohungen und Widerstands gegen seine Festnahme verantworten müssen, sagte eine Polizeisprecherin.
Der 23-jährige Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab hatte am ersten Weihnachtstag versucht, eine Maschine mit 279 Passagieren und elf Besatzungsmitgliedern beim Landeanflug auf Detroit in die Luft zu sprengen. Er war von Passagieren bei dem Versuch überwältigt worden, die Bombe zu zünden. Seither wurden die Sicherheitsvorkehrungen drastisch verschärft.
Abdulmutallab wurde von einem Gericht in Detroit angeklagt. Der 23-Jährige muss sich in sechs Punkten verantworten, darunter wegen versuchten Mordes und versuchten Gebrauchs einer Massenvernichtungswaffe, wie aus den Justizdokumenten hervorging. Ihm droht lebenslange Haft.
Die Ermittlungen verliefen "schnell, weltweit und permanent", sagte Justizminister Eric Holder. Die US-Regierung werde ihre militärischen und juristischen Mittel ausschöpfen, um alle Verantwortlichen für den Anschlagsversuch zur Rechenschaft zu ziehen. Abdulmutallab soll am Freitag vor Gericht in Detroit erscheinen, um auf schuldig oder nicht schuldig zu plädieren.
Die US-Grenzbehörden waren offenbar darüber informiert, dass der mutmaßliche Extremist auf dem Weg nach Detroit war. Wie die Online-Ausgabe der der "Los Angeles Times" berichtete, entdeckten Beamte den Namen Abdulmutallabs auf einer Liste des Zoll- und Grenzschutzes, nachdem er an Bord der Maschine gegangen war. Sie hätten den Mann erwartet, um ihn nach der Landung zu verhören. Die Datenbank habe die "Bedenken des Außenministeriums über diesen Kerl" bemerkt, sagte ein US-Beamter. "Sie hätten eine Entscheidung treffen können, ihn vom Betreten des Flugzeugs abzuhalten."
7. Januar 2010 - 17.28 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


