Papstattentäter Agca soll im türkischen Fernsehen tanzen
AFP VOM 28.1.2010 | Nachrichten - International | 1231 Aufrufe Mehr zum Thema:Papst, Attentat
Zeitung kritisiert "unmoralisches Angebot" an Agca
Papstattentäter Mehmet Ali Agca hat nach seiner Haftentlassung in der Türkei ein interessantes Jobangebot erhalten: Er soll an einem Tanzwettbewerb im Fernsehen teilnehmen. Er könne kein Problem bei diesem Angebot erkennen, sagte der Fernsehproduzent Fatih Aksoy der Zeitung "Milliyet". Schließlich habe Agca seine Strafe verbüßt. "Milliyet" nannte die Offerte an Agca ein "unmoralisches Angebot". Agca hatte 1979 den damaligen "Milliyet"-Chefredakteur Abdi Ipekci erschossen.
Aksoy dementierte Medienberichte, wonach Agca nicht Teilnehmer, sondern Jurymitglied einer Tanzshow werden und dafür 500.000 US-Dollar (356.000 Euro) erhalten solle. Agca als Kandidat in eine solche Sendung einzuladen, sei aber etwas anderes, sagte der Produzent. "Der Mann hat Verbrechen begangen und 30 Jahre lang gesessen. Sollen wir ihn noch einmal 30 Jahre lang einsperren?"
Der heute 52-jährige Agca hatte 1981 in Rom auf Papst Johannes Paul II. geschossen und anschließend 19 Jahre in italienischer Haft verbracht. Nach seiner Abschiebung in die Türkei im Jahr 2000 war er wegen des Mordes an Ipekci erneut inhaftiert worden. In der vergangegen Woche wurde Agca aus der Haft entlassen. Seine Zukunftspläne sind ungewiss. Nach Medienberichten hat er bei den türkischen Behörden einen Reisepass beantragt, den er für Auslandsreisen braucht. Agca soll Millionenbeträge für Film- und Buchverträge gefordert haben.
28. Januar 2010 - 11.29 Uhr
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