Papst äußert sich in seinem Buch persönlich zur Williamson-Affäre
AFP VOM 21.11.2010 | Nachrichten - Allgemein | 973 Aufrufe Mehr zum Thema:Papst, Williamson
Benedikt XVI. : Wusste nicht von Holocaust-Leugnung des Bischofs
Fast zwei Jahre nach der Wiederaufnahme des Holocaust-Leugners Richard Williamson in die katholische Kirche hat Papst Benedikt XVI. persönlich zu der Affäre Stellung genommen. Wenn er gewusst hätte, dass der zur Pius-Bruderschaft gehörende Bischof die Existenz der Gaskammern der Nazis leugnete, hätte er die Exkommunikation nicht aufgehoben, sagte der Papst in dem Interview-Buch "Licht der Welt", aus dem das Magazin "Focus" am Sonntag vorab Auszüge veröffentlichte.
Der Papst sagte in dem Gespräch auch, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die wegen der Affäre vom Vatikan öffentlich eine Klarstellung zum katholisch-jüdischen Verhältnis gefordert hatte, sei offenbar nicht vollständig informiert gewesen. Er habe kurz zuvor wiederholt, dass die Leugnung oder Verharmlosung der Shoa inakzeptabel sei.
Benedikt XVI. hatte Anfang vergangenen Jahres die Exkommunikation von Williams und dreier weiterer Piusbischöfe aufgehoben, zuvor hatte der Bischof Zweifel an der Existenz der Gaskammern geäußert. Der Papst war für seinen Schritt deshalb weltweit massiv kritisiert worden.
21.11.2010 - 13:01 Uhr


