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Panik in niedersächsischem Hühnerstall bleibt ungesühnt - 1/1
AFP vom 4.5.2007   3315 Aufrufe    Leserwertung: 0,0 (0 User)
Rubrik: Nachrichten - Vor Gericht

Panik in niedersächsischem Hühnerstall bleibt ungesühnt

Bauer scheitert mit Klage wegen gesunkener Legequote

Die von einem zischenden Heißluftballon ausgelöste Panik im Hühnerstall eines Bauern aus dem niedersächsischen Nordhorn bleibt ungesühnt. Der Landwirt habe nicht beweisen können, dass seine 20.000 Freilufthennen tatsächlich als Folge des Heißluftballonüberfluges 40 Prozent weniger Eier legten, urteilte das Langericht Osnabrück am Freitag. Der Bauer bleibt damit nicht nur auf seinem Schaden in Höhe von rund 26.000 Euro sitzen. Er muss für das juristische Nachspiel des Vorfalls aus dem September 2004 nun auch die Kosten aller Anwälte, des Gerichts und eines Gutachters tragen. Allerdings kann er noch vor das Oberlandesgericht in Oldenburg ziehen.




Die Osnabrücker Richter stützten sich bei ihrer Entscheidung auf den einzigen Gutachter, einen Tierarzt aus Hannover. Dieser schloss zwar nicht aus, dass der aus den Niederlanden stammende Ballonfahrer mit dem Anwerfen seines Propangasbrenners eine Panik bei den Tieren auslöste. Allerdings hätten die Tiere dann innerhalb von zwei oder drei Tagen und nicht wie geschehen erst zehn Tage nach dem Schock weniger Eier gelegt, befand der Veterinär. Außerdem hätte die geringere Legeleistung im Fall eines Schocks nicht so lange gedauert wie von dem Landwirt angegeben.

Der Landwirt hatte den Ballonfahrer auf Gefährdungshaftung nach dem Luftverkehrsgesetz verklagt. Er wirft diesem vor, sein Gefährt im September 2004 statt der erlaubten 150 Meter nur 25 bis 30 Meter hoch über den Hof gesteuert zu haben. Um wieder an Höhe zu gewinnen, habe er den zischenden und fauchenden Propangasbrenner auf volle Kraft gestellt. Die Hühner seien daraufhin in Panik entweder über einen zwei Meter hohen Begrenzungszaun geflogen oder hätten versucht, in den Stall zu flüchten. Dabei seien Tiere im Flug frontal gegen die Stallwand geprallt; die übrigen stauten sich demnach vor den Zugangslöchern.

4. Mai 2007 - 14.12 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2007


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