Pakistans Ex-Präsident Musharraf schiebt Rückkehr auf
AFP VOM 27.1.2012 | Nachrichten - Allgemein | 798 Aufrufe Mehr zum Thema:Musharraf, Exil
Früherem Militärmachthaber lebt im Exil
Pakistans Ex-Präsident Pervez Musharraf hat seine geplante Rückkehr aus dem Exil bis auf weiteres verschoben. Musharraf habe die Empfehlung seiner Partei, der All-Pakistan Muslim League (APML), akzeptiert und seine in diesen Tagen geplante Rückkehr aufgeschoben, sagte der Generalsekretär der Partei, Mohammed Ali Saif. Der Ex-General hatte am 9. Januar angekündigt, zwischen dem 27. und 30. Januar zurückkehren zu wollen, um bei den kommenden Wahlen anzutreten.
Doch da die Regierung drohte, ihn bei seiner Ankunft festnehmen zu lassen, riet seine Partei ihm von einer Rückkehr ab. Die Reaktion der Behörden habe "die Situation radikal verändert", sagte Saif. Es sei derzeit "nicht im Interesse der Partei", dass der frühere Staatschef zurückkehre. Gegen den Ex-General, der im August 2008 nach neun Jahren an der Macht zum Rücktritt gezwungen war und seitdem im Exil in London und Dubai lebt, liegen drei Haftbefehle in Pakistan vor.
Der frühere Militärmachthaber wird von der Justiz im Zusammenhang mit dem tödlichen Attentat auf die frühere Premierministerin Benazir Bhutto im Dezember 2007 sowie wegen des tödlichen Militärangriffs auf den belutschischen Stammesführer Nawab Akbar Bugti im August 2006 gesucht. Zudem ist er wegen der Ausrufung des Notstands im Jahr 2007 und der Verhaftung von Richtern angeklagt, die seinen Verbleib an der Macht für illegal hielten.
Musharrafs Regierungszeit wird heute in Pakistan sehr kontrovers beurteilt. Zwar wird er weniger für Ineffizienz und Korruption kritisiert als die Nachfolgeregierung. Doch manch einer wirft ihm vor, durch das Eingehen einer strategischen Partnerschaft mit den USA im Kampf gegen den Terrorismus die Welle islamistischer Attentate ausgelöst zu haben, die das Land seit 2007 erschüttert.
27.01.2012 - 21:00 Uhr
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