Opferrecht / Opfervertretung / Opferhilfe

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Wenn Sie Opfer sind, sollten die Folgen einer Strafanzeige vorher geprüft und abgewogen werden, insbesondere wenn es sich um eine nahe stehende Person handelt. Sie brauchen anwaltlichen Beistand, um Ihre Rechte insbesondere im Wege der Nebenklage wirksam wahrzunehmen und durchzusetzen, Vernehmungen durchzustehen, Akteneinsicht zu bekommen, sich einer eventuelle Begutachtung zu stellen, die gerichtliche Befragung durchzustehen oder durch Ihren Anwalt Zeugen und Gutachter laden zu lassen und in einer gerichtlichen Verhandlung in Ihrem Sinne befragen zu lassen.

Schließlich können Sie nur mit einem erfahrenen Anwalt Ihre Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche im Strafverfahren kostengünstig und wirksam im Adhäsionsverfahren durchsetzen.

Bei Körperverletzung, ständiger Belästigung oder Nachstellen (Stalking) innerhalb oder nach Beendigung einer Beziehung, Ehe oder Lebensgemeinschaft ist vorher abzuwägen, welche Maßnahmen durch die Polizei und durch Verfügungen des Gerichtes erforderlich sind.

123recht.net Tipp:

Sie sind Opfer einer Straftat geworden oder haben eine Straftat beobachtet und möchten das anzeigen? Nutzen Sie unser interaktives Muster.

Jetzt Strafanzeige stellen

Denn Wegweisung, Strafanzeige, Näherungs- und Kontaktverbote wirken nur bei noch der Vernunft zugänglichen Tätern oder solchen, welche die Strafandrohungen beeindrucken; bei allen anderen können derartige Maßnahmen das Gegenteil provozieren und die Nachstellung, Bedrohung etc. noch intensivieren (vgl. dazu die Untersuchungen in den U.S.A. in: Gavin de Becker, Mut zur Angst, Frankfurt am Main 2001, S. 251, 255 f.).

Grob gegliedert haben Sie folgende Möglichkeiten:

Notruf bei der Polizei

  • Abklärung der Möglichkeit der Festnahme des Täters (Ingewahrsamnahme)
  • Wohnungswegweisung des Täters für zehn Tage
  • Anzeige der Straftat oder
  • Strafverfolgung von Amts wegen aufgrund öffentlichen Interesses. Bei einem solchem Offizialdelikt ist ein Strafanzeige möglich, aber nicht nötig.

 

Antrag nach dem Gewaltschutzgesetz (Kontakt- und Näherungsverbot)

  • Antrag auf Näherungsverbot und/oder Kontaktverbot z.B. über Dritte oder Telekommunikation
  • Antrag auf Wohnungszuweisung
  • gegebenenfalls Antrag auf vorzeitige Scheidung wegen unzumutbarer Härte

Bei einer Wegweisung des Täters durch die Polizei für zehn Tage sollten Sie diese Zeit unbedingt nutzen, den gerichtlichen Antrag auf Wohnungszuweisung – Recht, die Wohnung trotz Ehe und/oder gemeinsamen Mietvertrages allein unter Ausschluss des Anderen nutzen zu dürfen - stellen. Die Wohnungszuweisung wird befristet ausgesprochen und orientiert sich nicht in erster Linie daran, wem die Wohnung oder das Haus gehört.

Sollte das vom Gericht ausgesprochene Kontakt- und Näherungsverbot oder die Wohnungszuweisung nicht eingehalten werden, so stellt dies eine Straftat dar, die mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft werden kann.

Wir beraten Sie gerne, stellen die notwendigen Anträge auch für Prozesskostenhilfe, vermitteln Ihnen Kontakte zu Frauenhäusern und Opferunterstützungsstellen.

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