Oklahoma hält Rekord bei Todesstrafen
27.4.2001 | Nachrichten - International | 3968 Aufrufe Mehr zum Thema:Amnesty, International, Oklahoma, Todesstrafe
Die Rate von Exekutionen ist in Oklahoma höher als in allen anderen US-amerikanischen Staaten. Sie übertrifft sogar noch Länder wie China und den Iran. Dies geht aus einem Bericht über Todesstrafen hervor, den Amnesty International (AI) am heutigen Freitag veröffentlichte.
Normalerweise heißt es immer: "Don´t mess with Texas" (Leg dich nicht mit Texas an). Aber längst hat sein kleinerer Nachbar Oklahoma in Sachen Todesstrafe aufgeholt und Texas sogar überflügelt. Zugleich ist laut AI die Höhe der zu Unrecht verurteilten Todeskandidaten in diesem Bundesstaat ganz oben im Vergleich mit anderen US-amerikanischen Staaten anzusiedeln. Mehr getötete Häftlinge, deren Unschuld sich im Nachhinein herausstellte, können nur Florida und Illinois vorweisen.
"Während der Rest der Welt höhere Justizstandards anvisiert, steckt Oklahoma noch in der Vergangenheit", so AI in seinem Bericht "Old habits die hard: New Amnesty International report on death penalty in Oklahoma". Die Organisation legte den Bericht jedermann vor, der in irgendeiner Weise mit der Legislatur in Oklahoma zu tun hat.
Neben der hohen Anzahl der zum Tode verurteilten und den Fehlurteilen diesbezüglich rügt AI außerdem die unzureichende Verteidigung der Todeskandidaten in Oklahoma. Als Beispiel wird der Fall Wanda Jean Allen herangeführt, deren Verteidiger nach Informationen von AI noch nie ein Kapitalverbrechen behandelt hatte und überfordert war. Ein anderes Beispiel sei der zum Tode verurteilte James Fisher, dessen Verteidiger ganze neun Worte während des Schlussplädoyers gesprochen habe.


