Im Erpressungsfall der Milliardärin Susanne Klatten hat die Staatsanwaltschaft München I offenbar Anklage erhoben. Der in München in Untersuchungshaft sitzende Helg S. wird sich laut "Süddeutscher Zeitung" nicht nur wegen der Erpressung der Milliardärin, sondern auch wegen Erpressung dreier weiterer wohlhabender Frauen vor Gericht verantworten müssen. S. werde wegen versuchter Erpressung in zwei Fällen und vollendeten Betrugs in vier Fällen angeklagt.
Der Prozess soll laut "SZ" im März beginnen. Die Staatsanwaltschaft wollte sich nicht zu dem Bericht äußern. In der kommenden Woche werde es eine Erklärung zu dem Fall geben. Nach dem "SZ"-Bericht versuchte der ehemalige Liebhaber Klattens die 46-Jährige um deutlich mehr Geld als bisher bekannt zu erpressen. Er soll von der verheirateten Mutter von drei Kindern bis zu 290 Millionen Euro wegen kompromittierender Bilder von Treffen der beiden verlangt haben. Sieben Millionen Euro soll Klatten S. demnach gegeben haben, um diesen in einem von ihm frei erfundenen Schadenersatzprozess zu unterstützen.
Die Frau eines Möbelherstellers soll S. 2,1 Millionen Euro für eine ähnliche Lügengeschichte gegeben haben. Bevor er im Juli 2007 die Affäre mit Klatten begann, soll S. zwei weitere Frauen erpresst haben.
Bisher ist noch offen, ob die BMW-Großaktionärin und die anderen Frauen als Zeuginnen in dem Prozess aussagen müssen. Dies hängt nach Angaben der Staatsanwaltschaft vom Aussageverhalten des Beschuldigten ab. Sollte dieser ein umfassendes Geständnis ablegen, könnte auf die womöglich peinliche Befragung zu den Affären verzichtet werden. Der mutmaßliche Erpresser war durch eine Anzeige Klattens aufgeflogen.
5. Dezember 2008 - 12.37 Uhr
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