Obama glättet mit Bier-Runde Wogen der Rassismus-Debatte
AFP VOM 31.7.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 1963 Aufrufe Mehr zum Thema:Rassismus, Obama
Polizist und Uniprofessor zu Gast im Weißen Haus
Bei einem Bier im Rosengarten des Weißen Hauses hat US-Präsident Barack Obama versucht, die Rassismus-Debatte um die Festnahme eines schwarzen Harvard-Professors zu entschärfen. Er empfing am Donnerstag den Mitte Juli vorübergehend festgenommenen Universitätsprofessor Henry Louis Gates und den Polizisten James Crowley, um einen Streit beizulegen, bei dem sich auch Obama durch einen umstrittenen Kommentar scharfer Kritik ausgesetzt hatte.
Es habe eine "freundschaftliche und intelligente" Diskussion gegeben, erklärte Obama nach dem Treffen. "Ich bin überzeugt, dass das, was uns vereint, stärker ist, als das, was uns trennt." Er hoffe, dass alle Beteiligten aus dem Vorfall eine Lehre zögen, erklärte der US-Präsident, der die Festnahme des schwarzen Harvard-Professors Gates zunächst als "dumm" kritisiert hatte. Er bedauerte diese Kritik inzwischen jedoch und brachte dies auch in einem Telefonat mit dem Polizisten Crowley zum Ausdruck.
Gates hatte am 16. Juli wegen eines defekten Schlosses seine Haustür aufgebrochen. Die von Nachbarn alarmierte Polizei nahm ihn daraufhin kurzzeitig wegen des Verdachts auf Einbruch fest. Der Professor warf den weißen Beamten rassistische Vorurteile vor. Die Polizisten machten hingegen geltend, der Professor habe während ihres Einsatzes "randaliert" und nicht nachgewiesen, dass er der Bewohner des Hauses sei.
Um die Debatte zu besänftigen, trafen Gates und Crowley auf Einladung Obamas zu einer gemeinsamen Bier-Runde zusammen. Überraschend stieß auch Vizepräsident Joe Biden dazu. Das Weiße Haus gestattete der Presse einen kurzen Blick auf die vier Männer, die sich an einem weißen Terrassentisch in offenbar entspannter Atmosphäre unterhielten. Den Angaben zufolge trank Obama ein "Bud Light", Biden ein alkoholfreies "Buckler". Während Crowley ein Bier seiner Lieblingsmarke "Blue Moon" genoss, trank Gates ein Bier aus Boston.
Mit dem Bier-Gipfel bemühte sich Obama zum Ende des ersten Halbjahres seiner Amtszeit um Schadensbegrenzung. Seine Wortwahl, mit der er voreilig das "dumme" Verhalten der Polizei kritisiert hatte, hatte scharfe Kritik ausgelöst. Einer Umfrage des Pew Research Centers zufolge sehen 41 Prozent der US-Bürger Obamas Vorgehen in dem Fall kritisch.
31. Juli 2009 - 12.17 Uhr
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