Nobelpreisträgerin Ebadi fordert mehr Druck auf Iran
AFP VOM 10.8.2009 | Nachrichten - International | 630 Aufrufe Mehr zum Thema:Iran
Iran weist Kritik an Prozess gegen Demonstranten zurück
Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi hat mehr internationalen Druck für eine demokratische Entwicklung ihres Landes geforderten. Militärische und wirtschaftliche Sanktionen lehne sie ab, weil sie die Situation im Iran nur verschlimmern würden, sagte Ebadi der südkoreanischen Zeitung "Chosun Ilbo". Gleichwohl könne die internationale Öffentlichkeit zu einer Demokratisierung des Landes beitragen.
Ebadi kündigte an, ihre Kampagne gegen die Zensur im Iran auszuweiten. "Ich will alle Menschen wissen lassen, was im Iran vor sich geht und ihn zu einem freien Land machen", sagte die Anwältin. Die Nobelpreisträgerin verurteilte bei ihrem Besuch in Südkorea die Festnahme von oppositionellen Demonstranten, die im Juni gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad protestiert hatten. "Ich nehme keine politische Haltung ein, aber ich lehne die gewaltsame Unterdrückung durch die Regierung ab." Die Gewalt müsse aufhören und alle Häftlinge freigelassen werden.
Im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Präsidentenwahl müssen sich derzeit rund hundert Demonstranten vor Gericht verantworten, darunter auch eine Französin und iranische Angestellte der britischen und französischen Botschaft. Nach internationalem Protest gegen die Gerichtsverhandlung wies der Iran erneut eine "Einmischung" in seine inneren Angelegenheiten zurück. Der Prozess verlaufe im Einklang mit "internationalem Recht", die Reaktionen des Westen seines "illegal und verwunderlich", sagte Außenamtssprecher Hassan Ghaschghawi laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Irna.
10. August 2009 - 11.12 Uhr
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