Nigerianer wegen versuchten Anschlagsin USA angeklagt
AFP VOM 7.1.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 743 Aufrufe Mehr zum Thema:Terror, Flugzeug
USA wollen Teile ihrer Erkenntnisse veröffentlichen
Knapp zwei Wochen nach dem vereitelten Anschlag auf eine US-Passagiermaschine ist der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab von einem Gericht in Detroit angeklagt worden. Der 23-Jährige muss sich in sechs Punkten verantworten, darunter wegen versuchten Mordes und versuchten Gebrauchs einer Massenvernichtungswaffe, wie aus den Justizdokumenten hervorging. Ihm droht lebenslange Haft. Die US-Grenzbehörden waren einem Zeitungsbericht zufolge darüber informiert, dass der mutmaßliche Extremist auf dem Weg nach Detroit war.
Der Angeklagte habe "eine versteckte Bombe bei sich getragen", als er an Bord des Fluges 253 gegangen sei, hieß es in der Anklageschrift. "Die Bombe sollte dem Angeklagten ermöglichen, sie zu einem Zeitpunkt seiner Wahl zu zünden und so an Bord des Fluges 253 eine Explosion zu verursachen."
Abdulmutallab hatte den Sprengsatz, der unter anderem den hochexplosiven Sprengstoff PETN enthielt, in seiner Unterwäsche versteckt und war von Passagieren bei dem Versuch überwältigt worden, die Bombe zu zünden. An Bord des Flugzeugs waren 279 Passagiere und elf Besatzungsmitglieder. Sollte der Nigerianer wegen versuchten Gebrauchs einer Massenvernichtungswaffe verurteilt werden, droht ihm eine lebenslange Gefängnisstrafe. Für die anderen Anklagepunkte, darunter Mordversuch, könnte er jeweils 20 bis 30 Jahre bekommen.
Die Ermittlungen verliefen "schnell, weltweit und permanent", sagte Justizminister Eric Holder. Die US-Regierung werde ihre militärischen und juristischen Mittel ausschöpfen, um alle Verantwortlichen für den Anschlagsversuch zur Rechenschaft zu ziehen. Abdulmutallab soll am Freitag vor Gericht in Detroit erscheinen, um auf schuldig oder nicht schuldig zu plädieren.
Wie die Online-Ausgabe der der "Los Angeles Times" berichtete, entdeckten Beamte den Namen Abdulmutallabs auf einer Liste des Zoll- und Grenzschutzes, nachdem er an Bord der Maschine gegangen war. Sie hätten den Mann erwartet, um ihn nach der Landung zu verhören. Die Datenbank habe die "Bedenken des Außenministeriums über diesen Kerl" bemerkt, sagte ein US-Beamter. "Sie hätten eine Entscheidung treffen können, ihn vom Betreten des Flugzeugs abzuhalten."
Abdulmutallab soll eine Terrorausbildung im Jemen erhalten haben. Der Attentatsversuch und die Tatsache, dass Abdulmutallab an Bord des Flugzeugs gelangen konnte, war von Präsident Barack Obama als schweres Versagen der Geheimdienste kritisiert worden.
7. Januar 2010 - 14.46 Uhr
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