
Ein niederländischer Pilot, der für die argentinische Militärdiktatur (1970 bis 1983) sogenannte Todesflüge ausgeführt haben soll, hat seiner Auslieferung von Spanien an Argentinien zugestimmt. Der seit seiner Festnahme im vergangenen September in Spanien inhaftierte Julio Alberto Poch erklärte am Mittwoch während einer Anhörung vor dem zentralen spanischen Gericht Audiencia Nacional in Madrid, er werde sich nach Argentinien begeben, um sich dort "verteidigen zu können". Das verlautete aus Gerichtskreisen.
Poch, der zuletzt als Pilot für die niederländische Billigfluggesellschaft Transavia arbeitete, war im vergangenen September auf dem Flughafen der spanischen Stadt Valencia festgenommen worden, als er in die Niederlande fliegen wollte. Der ehemalige Leutnant der argentinischen Marine hat sowohl die niederländische als auch die argentinische Staatsbürgerschaft.
Der 57-jährige soll zur Zeit der argentinischen Militärjunta als Pilot auf dem Luftwaffenstützpunkt der Marine-Technikerschule ESMA in Buenos Aires gearbeitet haben, damals eines der größten Gefängnisse und Folterzentren des Landes. Damals verschwanden schätzungsweise 30.000 Menschen spurlos. Viele von ihnen wurden betäubt und aus Flugzeugen in den Rio de la Plata geworfen. Poch soll für den Tod von 1000 Menschen mitverantwortlich sein.
Madrid hatte Pochs Auslieferung an Argentinien Ende Oktober zugestimmt. Er selbst hatte sich zunächst dagegen ausgesprochen. Nach Angaben von Pochs Anwälten befindet sich sein Name nicht auf der Liste der ESMA-Offiziere.
13. Januar 2010 - 12.48 Uhr
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