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Nicht nachvollziehbare NK-Abrechnung

5.1.2011 Thema abonnieren Zum Thema: NK-Abrechnung
 Von 
RoseThorn
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Nicht nachvollziehbare NK-Abrechnung

Hallo liebe 123rechtler!

Mein Problem ist Folgendes: Seit April 2008 wohnte ich in einer "WG", einem Haus/einer Wohnung, dass für 3 Personen als WG gedacht ist. In der WG haben nie immer regelmäßig 3 Leute gewohnt, teilweise war ich für kurze Zeit sogar die einzig lebende dort, da es dort viel Fluktuation gab.
Die Nebenkostenabrechnung für 2008 war in Ordnung, ich musste glaub ich ca. 20 Euro nachzahlen. Da ich viel bei meinen Eltern bin bzw. war (nun wohne ich ja woanders), ist dieser Betrag auch nachzuvollziehen (also dass er nicht höher ist).
Ich bin im Februar 2010 ausgezogen und habe ein paar Monate vorher nur noch sehr selten dort gewohnt (also geheizt, gekocht, geduscht etc.), da ich größtenteils bei meinem Freund weiter weg gewohnt habe.
Ich habe Mitte 2010 dann meine Nebenkostenabrechnung für 2009 und für die 2 Monate von 2010 bekommen und bin fast vom Stuhl gefallen. Mein Vermieter hat noch 90 Euro von der Kaution einbehalten, die er mit der Nebenkostenabrechnung verrechnet hat. TROTZDEM blieb eine Summe von Rund 180 euro übrig, die ich noch zahlen sollte!
Ich bat den Vermieter, mir zu erklären, wie es zu solch horrenden Summen kommen konnte. Der Vermieter schickte mir einige Abrechnungen, und meinte, Strom würde nicht seperat von jedem Mieter abgerechnet (sprich nicht jeder Mieter hat einen eigenen Stromzähler, was ja auch quatsch wäre in einer WG). Ich war größtenteils alleine oder mit nur noch einer zusätzlichen Person in der WG, die fast nie geduscht hat (sie war auch nur sehr selten da), ich dusche maximal einmal am Tag und habe auch nicht oft die Heizung angehabt (da ich im 1. OG wohnte, hatte ich es immer gut warm im Winter).
Daraufhin ging ich zum Mieterverein und ließ mich dort beraten, die Anwältin dort setzte mit mir zusammen die Schreiben auf. Dann begann das ganze Theater.
Wir fragten, warum ich einen Untermietervertrag bekommen habe, obwohl ich gar nicht zur Untermiete gewohnt habe (er hat dort nicht gewohnt und kein Mit-WGler hatte mehr Rechte - sofern müsste es ein normaler Einzelmietvertrag gewesen sein. Auf die Frage ging er gar nicht erst ein. Zum anderen erscheint auf der Nebenkostenabrechnung die Internet- und Telefonflatrate, die laut Mietvertrag in den Nebenkosten enthalten sind. Es enstanden wohl aber "irgendwie" mehr kosten, was nicht in den Internetabrechnungen ersichtlich ist. Zudem behauptete der Vemieter in einem weiteren Schreiben nachträglich, die Flatrate wäre später eingerichtet worden und er habe auch den Anbieter mal gewechselt. Warum wurde ich - vorallem, wenn zusätzliche Kosten anfallen und die Flatrate gar nicht dem Mietvertrag entsprach ("erst später eingerichtet") - nicht darüber in Kenntnis gesetzt?? Im Vertrag stand und steht immernoch dass sie in den NK enthalten ist und eine Flatrate wird nicht plötzlich teurer - und wenn, dann ist es doch die Pflicht des Vermieters, dem Mieter dieses mal mitzuteilen!
Die Zeit, in der ich vorher noch keine Flatrate hatte war ich natürlich im Inet viel unterwegs, da er ja bei Vertragsunterschrift (meine Mutter war zum Glück mit dabei, als er uns dies versichert hatte) behauptet hatte, ich hätte eine Flatrate und ich könnte das Inet sofort nutzen.
Da ich vorher doch noch keine hatte, hätte ich doch wenigstens über die Kosten pro Minute informiert werden müssen .- oder nicht? Er kann doch nicht einfach etwas behaupten, was nicht so ist, es auch noch mit Unterschrift versichern und dann am Ende behaupte, es wäre doch nicht so gewesen und ich müsse nun dafür blechen...
Er ging jedoch auf die Fragen bzgl. Internetkosten und Wahrheitsstand überhaupt nicht ein und ignorierte diese. Der letzte Brief war voller Beleidigungen und Unterstellungen, ich würde ja oft keine Rechnungen begleichen und hätte das in meiner Wohnung vorher schon gemacht (erstmal weiß er gar nicht, wo und wie ich vorher gewohnt habe und zweitens hab ich bisher ALLE Rechnungen (egal ob in der WG oder in dem Appartment vorher) IMMER ordnungsgemäß beglichen)) und würde dies "immer wieder tun". Ich war total sauer, immer hatte ER gut ein dreiviertel Jahr einen Messi im Erdgeschoss in der WG beherbergt, und ICH habe danach die Wohnung sauber gemacht!
In dem Brief gab er auch schon im ersten Satz zu, dass der Mietvertrag "nicht wasserdicht" ist. Was genau, darauf ging er natürlich nicht ein. Aber ich sehe nicht ein, für seine Schluderei zu bezahlen.
Natürliche wurde die Wohnung, Heizung etc. auch nicht ordnungsgemäß gewartet, ich hatte mehrmals kein für einige Tage kein warmes Wasser und konnte nicht duschen (meist übers Wochenende). So zog sich das durch den Vertrag und den ganzen Schriftwechsel.
Nun habe ich ihm durch den Mieterverein eine Frist gesetzt, bis zum 1.1.2011 mir meine Kaution wieder zugeben, was er natürlich nicht gemacht hat. Ansonsten behalten wir uns rechtliche Schritte vor. Nun kam ein Brief zurück, dass wodrin steht, dass er auf seiner Forderung besteht (er hatte mir im Verlauf sogar ein "unglaublich günstigeres Angebot" gemacht, wo ich nur 89,90 zahlen müsse :D ) und ich das Geld bis spät. 13.01. überweisen solle, ansonsten würde ER rechtliche Schritte einleiten.
Ich bin mir ehrlich gesagt zu schade, um das Geld so einem Schlendrian in den Rachen zu werfen. Die Anwältin vom Mieterverein hatte mich beruhigt, dass mir nicht passieren kann, da es ein völlig ungültiger Verteilerschlüssel ist und die Abrechnung somit unwirksam wäre (was wir ihm auch geschrieben haben).
Ist dieser Mann wirklich so unvernünftig und stürzt sich in Unkosten deswegen?? Er kommt nicht aus Deutschland und spricht sehr schlecht Deutsch (bzw. versteht auch wenig). Dennoch muss er doch in der Lage sein, das Rechtssystem in Deutschland zu akzeptieren. Aber anscheinend ist er da wenig einsichtig.
Was kann mir großartig passieren? Dass erstmal Prozesskosten auf mich zukommen, ist mir klar.Und auch, dass der Prozess dann in meiner Heimatstadt geführt wird, da die Bruchbude von WG dort auch (noch) steht.

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1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
HeHe
Status:
Senior-Partner
(6101 Beiträge, 2200x hilfreich)

Das ist einfach zu viel Text, ein paar knackige Fakten hätten gereicht und einen Überlick ermöglicht.
Also der Mietverein hat dich ja ´´in Arbeit´´, lass dich weiter dort beraten, die scheinen ja sehr zuversichtlich zu sein und kennen die Details.
Jeder kann sein (scheinbares) Recht einfordern, egal ob Mieter oder schlecht deutsch sprechender Vermieter. Letztendlich wird evtl. ein Gericht entscheiden.

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