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Nicht erwähnter (Total)Unfallschaden. Rücktritt?

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Nicht erwähnter (Total)Unfallschaden. Rücktritt?

Folgendes ist passiert: eine Bekannte hat sich einen gebrauchten Wagen vom Händler gekauft. Dass der Wagen im Kundenauftrag war – heißt hier: ohne die gesetzliche Gewährleistung. Es hat auch nicht weiter gestört (bei der Probefahrt funktionierte soweit alles gut ). Der Autohändler war Quasi Vermittler (unter der Angaben steht auch: Schäden bzw. Unfallschäden nicht bakannt).

Nach ca. einem Monat hat sich herausgestellt, das das Kfz. erhebliche Mängel aufweist ( also so Einiges).

Eine genaue Recherche ergab: der Besitzer (nicht der vermittelnde Händler), hat den Wagen als Unfallwagen gekauft - hier anzumerken, angeblicher Totalschaden ( 10 Tsd € Schaden bei Fzg. Restwert von 4,5 Tsd. € - natürlich als unfallfrei), und dann herrichten lassen, weist keiner wo…

Natürlich stellt sich der Händler jetzt Quer und verweist auf die im KV gültige Vereinbarung.

Kann man hier wg. arglistiger Täuschung bzw. Verschweigen erheblicher Mängel den Besitzer doch irgendwie zur Verantwortung ziehen ( bedacht ist ne Rückabwicklung )? Wenn ja, wen direkt – den Händler oder den Besitzer? Wie stehen die Chancen auf Erfolg?

Vielen Dank.

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von h@rry am 23.06.2011 16:19
Status: Praktikant (13 Beiträge)
Userwertung:  0,0  von 5 (von 0 User(n) bewertet)


Noch unsicher oder nicht ganz Ihr Thema?
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>Nicht erwähnter (Total)Unfallschaden. Rücktritt?

Da der auch im KV als Verkäufer steht (?), ist euer Ansprechpartner der "Besitzer", frühere Eigentümer.

Wenn ihr nachweisen könnt, daß dem der Totalschaden bekannt war, könnt ihr die Rückabwicklung verlangen. Wenn das arglistig verschwiegen wurde, greift der Gewährleistungsausschluss nicht, § 444 BGB.

Nachbesserung, sprich Reparatur scheidet aus, bleibt bloß der Rücktritt, daneben könnt ihr Schadensersatz fordern, § 440 BGB.

Erst mal VK in Verzug setzen, Auto gegen Rückzahlung des KP anbieten, 2 Wochen sollten reichen.

Da hier auch ein Betrug im Raum steht, sollte das eigentlich problemlos funktionieren.

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von guest-12322.08.2012 17:44:40 am 23.06.2011 16:42
Status: Tao (7220 Beiträge)
Userwertung:  3,2  von 5 (von 178 User(n) bewertet)

>Nicht erwähnter (Total)Unfallschaden. Rücktritt?
Weder der Besitzer (derzeit die Bekannte), noch der Händler (=Vermittler) sind Ansprechpartner.

Dies ist derjenige von dem ihr das Auto juristisch gesehen erworben habt, also vermutlich der vorhergehende Eigentümer.





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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von Harry van Sell am 23.06.2011 19:36
Status: Tao (28923 Beiträge)
Userwertung:  2,9  von 5 (von 570 User(n) bewertet)

>Nicht erwähnter (Total)Unfallschaden. Rücktritt?
Hallo Harry van Sell,

ich verstehe nicht wirklich was gemeint ist.
Also nochmal,- meine bekannte hat sich am 03. 2011 ein Auto beim Händler gekauft, der lediglich Vermitler war. Rechtsmäßig gehörte das Auto seit 01.2011 (lt. F-Brief) einer Frau, die den Wagen im kaputten Zustand kaufte ( Interessant, Unfall-Gutachten vom 11.2010 ), hat es anscheinend reparieren lassen...und eben den Händler beauftragt es zu verkaufen. Entweder hat sie dem Händler den Unfall verschwiegen - oder sind die beiden ein Team.

Im Kaufvertrag sind daher die Daten der Frau - unterschrieben hat es jedoch der Händler (Vermitler).

Die Frage war: wer soll von meiner bekannten (die jetztige Besitzerin, die betrogene) belangt werden?

Und, besser gleich zum Anwalt - oder besser erstmal zur Polizei eine Strafanzeige aufgeben?

Grüße

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von h@rry am 25.06.2011 16:30
Status: Praktikant (13 Beiträge)
Userwertung:  0,0  von 5 (von 0 User(n) bewertet)

>Nicht erwähnter (Total)Unfallschaden. Rücktritt?
Der Vermittler hat also nichts damit zu tun.

Ansprechpartner wäre die in dem Falle die Frau (Vor-Eigentümer).


quote:
die den Wagen im kaputten Zustand kaufte

Bedeutet was genau?
Keine Luft in den Reifen oder nachweislicher Unfallschaden zum Zeitpunkt des Kaufes durch die vorherige Eigentümerin?


quote:
Unfall-Gutachten vom 11.2010

Sagt erst mal gar nichtes über den Wissensstand der Vor-Eigentümerin zum Unfallschaden aus.
Denkbar wäre auch, das der Vor-Vor-Eigentümer das Auto reparieren lies und eure Verkäuferin ahnunglos war.



Also welche Beweise (keine Indizien/Vermutungen) gibt es, das sie definitiv wusste, das es ein Unfallfahrzeug war?





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von Harry van Sell am 25.06.2011 23:38
Status: Tao (28923 Beiträge)
Userwertung:  2,9  von 5 (von 570 User(n) bewertet)

>Nicht erwähnter (Total)Unfallschaden. Rücktritt?
quote:
Also welche Beweise (keine Indizien/Vermutungen) gibt es, das sie definitiv wusste, das es ein Unfallfahrzeug war?



Vielleicht das Unfall GA von 11.2010, das der VK ja 03.2011 beim Verkauf bekannt war?

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von guest-12322.08.2012 17:44:40 am 26.06.2011 00:04
Status: Tao (7220 Beiträge)
Userwertung:  3,2  von 5 (von 178 User(n) bewertet)

>Nicht erwähnter (Total)Unfallschaden. Rücktritt?
quote:
Vielleicht das Unfall GA von 11.2010, das der VK ja 03.2011 beim Verkauf bekannt war?

Genau dieses müsste ja ersteimal bewiesen und nicht nur vermutet oder behauptet werden.

Spekulanten gehören an die Börse ...





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von Harry van Sell am 26.06.2011 00:15
Status: Tao (28923 Beiträge)
Userwertung:  2,9  von 5 (von 570 User(n) bewertet)

>Nicht erwähnter (Total)Unfallschaden. Rücktritt?
quote:
Genau dieses müsste ja ersteimal bewiesen und nicht nur vermutet oder behauptet werden.

Spekulanten gehören an die Börse ...


Jetzt denk mal ganz scharf nach:

Für wen war wohl das GA 1/2 Jahr, bevor TE überhaupt wusste, daß das Auto ver-/gekauft wird?

Weshalb das problematisiert wird ist mir unerklärlich.

Ein besserer Beweis ist kaum vorstellbar.

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von guest-12322.08.2012 17:44:40 am 26.06.2011 00:24
Status: Tao (7220 Beiträge)
Userwertung:  3,2  von 5 (von 178 User(n) bewertet)

>Nicht erwähnter (Total)Unfallschaden. Rücktritt?
Hast du deine Lesebrille verlegt?



quote:
Jetzt denk mal ganz scharf nach:

Für wen war wohl das GA 1/2 Jahr, bevor TE überhaupt wusste, daß das Auto ver-/gekauft wird?

Habe ich. Und es gibt keine eindeutige Zuordnung nach derzeitigem Sachverhalt.

Vermutlich für den Vor-Vor-Eigentümer.
Eventuell auch für die Vor-Eigentümerin.
Über letzteres müsste man jedoch Beweis führen.

Unfall-Gutachten: 11.2010
Kauf durch Verkäuferin: 01.2011
Kauf durch Bekannte des TE: 03.2011





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von Harry van Sell am 26.06.2011 01:58
Status: Tao (28923 Beiträge)
Userwertung:  2,9  von 5 (von 570 User(n) bewertet)

>Nicht erwähnter (Total)Unfallschaden. Rücktritt?
Der Fragesteller hat doch klar dargelegt, dass der Voreigentümer das Auto als Unfallwagen gekauft hat und dann hergerichtet hat. Ich verstehe ebenfalls nicht, wo hier die Beweisschwierigkeiten sein sollen.

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von hh am 26.06.2011 08:22
Status: Tao (25149 Beiträge)
Userwertung:  4,0  von 5 (von 379 User(n) bewertet)

>Nicht erwähnter (Total)Unfallschaden. Rücktritt?
quote:
Der Fragesteller hat doch klar dargelegt, dass der Voreigentümer das Auto als Unfallwagen gekauft hat und dann hergerichtet hat.

Ich glaube kaum, daß das HvS überzeugt.

Für TE vielleicht noch dieses BGH-Urteil um die Unsicherheit wieder herauszunrehmen:

VIII ZR 330/06
"Auch beim Kauf eines gebrauchten Kraftfahrzeugs kann der Käufer, wenn keine besonderen Umstände vorliegen, im Sinne des § 434 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BGB erwarten, dass das Fahrzeug keinen Unfall erlitten hat, bei dem es zu mehr als "Bagatellschäden" gekommen ist.
...
Ein Fahrzeug, das einen Unfall erlitten hat, bei dem es zu mehr als "Bagatellschäden" gekommen ist, ist auch dann nicht frei von Sachmängeln im Sinne des § 434 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BGB, wenn es nach dem Unfall fachgerecht repariert worden ist."

Das gilt auch, wenn die Unfallfreiheit nicht zugesichert wurde. Bei einem geschminkten Totalschaden gibt es keinerlei Unsicherheit: Rücktritt, Schadensersatz.

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von guest-12322.08.2012 17:44:40 am 26.06.2011 08:51
Status: Tao (7220 Beiträge)
Userwertung:  3,2  von 5 (von 178 User(n) bewertet)



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