Neues Widerrufsrecht: Bloßes Zurücksenden reicht nicht aus

Mehr zum Thema:

Internetrecht, Computerrecht Rubrik, Widerrufsrecht, Widerruf, Widerrufserklärung, Rücksendung, Rücksendekosten

5 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
1

Der Widerruf im Fernabsatz muss ausdrücklich erklärt werden. Rücksendekosten können auf Verbraucher abgewälzt werden.

Frage: Nach dem Kauf eines Laptops bei einem oft von mir genutzten Online Shop habe ich den Laptop nach einer Woche kommentarlos zurückgeschickt. So habe ich in der Vergangenheit auch immer einen Kauf widerrufen. Der Shop teilte mir mit, dass er den Widerruf zwar aus Kulanz akzeptiert, ich künftig aber ausdrücklich den Widerruf erklären oder bessser direkt das neue Widerrufs-Formular auf der Shop-Seite nutzen soll. Ist das rechtens?

123recht.net: Ja, seit Mitte Juni sind umfassende Änderungen des Widerrufrechts in Kraft. Danach reicht es nicht mehr aus, wenn Verbraucher die Ware kommentarlos zurückschicken, vielmehr muss der Widerruf explizit erklärt werden. Webshops müssen dazu jetzt zusätzlich eine Muster-Widerrufserklärung auf ihrer Webseite anbieten, die Verbraucher nutzen können. Der Shop hat sehr kulant gehandelt, da er Ihren Widerruf auch formlos akzeptiert hat.

Arne Schinkel
Von Arne Schinkel
Mitgründer von 123recht.net und Frag-einen-Anwalt.de. Schreibt über das Recht aus ungewohnter Perspektive: seiner. Beachtet die Symptome und bekämpft die Ursachen. Weniger Paragrafen, mehr Eigenverantwortung. "Was jeder einzelne tun kann? Sehr viel: Verantwortung übernehmen. Und im Fall von Unrecht entscheiden: Da mache ich nicht mit!"

Frage: Ich muss laut Shop allerdings jetzt die Rücksendekosten übernehmen. Das kannte ich vorher auch anders.

123recht.net Tipp:

Erstellen Sie mit dem interaktiven Muster von 123recht.net Ihren individuellen Widerruf für Ihren Onlinekauf, Ihre Bestellung oder gebuchte Dienstleistung. Mit Anweisungen, Tipps und Fristenberechnung!

Jetzt Vertrag widerrufen

123recht.net: Auch das ist korrekt. Die Rücksendekosten können jetzt komplett auf den Verbraucher abgewälzt werden. Dazu muss der Shop nur seine AGB entsprechend angepasst haben. Achtung: Hinsendekosten sind bei einem gültigen Widerruf weiterhin durch den Verkäufer zu zahlen - es sei denn, der Verbraucher hat ausdrücklich eine Versandart gewählt, die über einen Standardversand hinaus geht.

Diskutieren Sie diesen Artikel
Das könnte Sie auch interessieren
Internetrecht, Computerrecht Widerrufsrecht im Internet
Internetrecht, Computerrecht Neues Widerrufsrecht 2014
Kaufrecht Das neue Widerrufsrecht