Nachgelagerte Rentenbesteuerung und das Damoklesschwert eines Verfahrens wegen Steuerhinterziehung oder Steuerverkürzung

Mehr zum Thema:

Steuerrecht Rubrik, Rentenbesteuerung, nachgelagert, Steuerhinterziehung, Steuerverkürzung

0 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
0

In dem nachfolgenden Beitrag informiert Herr Rechtsanwalt Hermes über die Probleme, die im Rahmen des Alterseinkünftegesetzes entstehen, insbesondere mit der Ausweitung der Steuerpflicht auf Rentner, die zuvor nicht steuerpflichtig waren.

Falls ein Rentner weniger als den Grundfreibetrag oder sog. steuerliches Existenzminimum in Höhe von 7.664 EUR für Ledige und 15.329 EUR für Verheiratete im Jahr erhält, obliegt es ihm nicht eine Steuererklärung abzugeben und Steuern zu entrichten. Für den Rentner hat die nachgelagerte Rentenbesteuerung durch das eingeführte Alterseinkünftegesetz keine steuerlichen Auswirkungen.

Was ist allerdings, falls der Rentner höhere Rentenbezüge oder sonstige Einkünfte im Veranlagungsjahr erzielt. Häufig haben Rentner Nebeneinnahmen aus Vermietung und Verpachtung und Kapitaleinkünfte. Vorab gilt zunächst, dass die gesetzlichen Renten nur partiell besteuert werden. Die Höhe der Besteuerung hängt davon ab, wann der Rentner in Rente geht. In diesem Fall kann durch die Kanzlei Hermes geprüft werden, ob überhaupt eine Steuerpflicht besteht und somit eine Steuererklärung abgegeben werden muss.

Es lohnt auch keineswegs den Kopf in den Sand zu stecken: Zum Ende des Jahres 2008 sollen alle Stellen, die Renten oder vergleichbare Leistung auszahlen, steuerpflichtige Überweisungen an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) melden. Die Finanzämter wissen somit genau, in welcher Höhe die jeweilige Person Rentenzahlungen in der Vergangenheit und in der Zukunft erhalten hat. Dies gilt nicht nur für Zahlungen der Deutschen Rentenversicherung, sondern auch für solche der Versorgungswerke, Pensionskassen und Direktversicherungen. In schweren Fällen werden sicherlich auch Verfahren wegen Steuerhinterziehung eingeleitet, wenn die betreffende Person „vergessen“ hat, eine Steuererklärung abzugeben oder Renteneinkünfte zu erklären. In diesem Zusammenhang ist ein kürzlich ergangenes Urteil des Finanzgerichtes München zu beachten. Ein Rentner wurde wegen Steuerhinterziehung verurteilt, der jahrelang Einkünfte aus einer gesetzlichen Rente nicht erklärt hatte. Die Entschuldigung des Rentners, dass die Nichtberücksichtigung auf einem "Missverständnis" beruht, entlastete ihn nicht. Ebenso wenig, dass bei der Vorbereitung der Steuererklärung ein Steuerberater eingeschaltet war. In diesen Fällen kann durch die Kanzlei Hermes geprüft werden, welches weitere Vorgehen ratsam ist und ob eine Selbstanzeige in Betracht kommt.


Rechtsanwalt Patrick Hermes
Fachanwalt für Steuerrecht
Telefon: 089/381589 0
Telefax: 089-381589 22


info@kanzlei-hermes.com
> Kanzlei für Steuerrecht, Mietrecht und Erbrecht

Diskutieren Sie diesen Artikel
Das könnte Sie auch interessieren
Steuerrecht Wegzug aus Deutschland in die Schweiz
Steuerrecht Eckpunkte zur Erbschaftsteuerreform - Abschaffung der Erbschaftssteuer in Deutschland?