>Nachbarn drehen Fernseher auf
Lieber Leidensgenosse,
bei mir gibt es den Ärger mit lauten Radio + Fernseher mit Auf und Abs seit Jahren.
In dem Haus, in dem ich lebe, gibt es 8 Wohnungen. Die Mutter des Hausverwalters wohnt über mir. Ich habe eine Eigentumswohnung.
Der Ärger begann kurz nach dem Einzug vor 7 Jahren. Reden half immer nur kurzfristig. Im Laufe der Jahre habe ich schon die verschiedensten Erklärungen von ihr oder anderen Verwandten für den voll aufgedrehten Fernsehe, das Radio oder die Waschmaschine angehört, die mitten in der Nacht angeworfen wurde.
Bei meinem ersten Gespräch mit der 80+ jährigen Mutter des Hausverwalters sagte sie, dass die Wohnung unter ihr lange Zeit leer stand.
Als ich mich mal an einem Freitag um 23:00 Uhr wegen dem lauten Fernseher beschwerte, hiess es "man kann am Wochenende laut machen.". Vor zwei Wochen schallte der Fernseher mittags durch meine ganze Wohnung. Da hieß es "Man kann am Tag laut machen."
Als die Waschmaschine gegen 1:30 Uhr lief, hatte sie vergessen "Wäsche für ihren Sohn zu waschen".
Seit einem Monat wird der Lärm schlimmer. Wenn ich mich beschwere oder gegen die Heizung klopfe, weil sie das Telefon nicht abnimmt, werde ich dann am nächsten Morgen vom voll aufgedrehten Radio geweckt.
Letzten Samstag musste ich die Volksmusiksendung in der ARD anhören. Der Fernseher war nicht nur in meiner Wohnung überall laut und deutlich zu hören, sondern auch im Treppenhaus. Gegen 21:00 Uhr klopfte ich gegen die Heizungsrohre, weil das Telefon mal wieder nicht abgenommen wurde. Am Sonntag abend war ihr Sohn mit seinen Kindern da. Ein dreiviertelstunde lang musste ich lautes Gepoltern und Rumspringen über mich ergehen lassen.
Heute morgen war ich oben und habe mich beim Hausverwalter beschwert, der bei seiner Mutter war. Die Reaktion der Mutter war, dass sie abends ferngesehen hat und "der" hat um Neun geklopft.
Ich habe dem Sohn gesagt, dass ich das Verhalten seiner Mutter als Mobbing empfinde. Ich habe ihm auch noch die Lärmschutzverordnung für Berlin in die Hand gedrückt, ihm ein Gespräch mit dem Senat (für Umweltschutz) angeboten und aufgefordert etwas für den Schallschutz zu tun.
Die Reaktion von seiner Seite war, dass seine Mutter zur zeit bettlägerig ist und ja ab 21:00 Uhr Kopfhörer benutzt. Dann folgte das beliebte Argument mit der "Hellhörigkeit".
Ich glaube nicht, dass sich etwas ändern wird. Vielleicht wird es für ein paar Wochen ruhig sein (oder auch nicht).
Für mich ist es aber klar, das es so nicht weitergehen kann, weil ich die Situation wirklich als Psychoterror empfinde.
Auf der nächsten Eigentümersitzung wird das Thema von mir wieder angesprochen werden.
Ich habe es also über Jahre hinweg mit Reden probiert. Es hat nichts geholfen.
Ausziehen werde ich aber auch nicht, weil ich daann mein "Peiniger" gewinnt.
Wahrscheinlich wäre es besser gewesen nach dem ersten nutzlosen Gespräch gleich die Polizei zu holen.
Zurückhaltung, es auf die freundliche Art zu probieren und immer wieder das Gespräch zu suchen hat mir nichts gebracht.
Wie man sicher merkt, bin ich noch sehr aufgewühlt. Heute nacht werde ich wie schon den ganzen November schlecht oder gar nicht schlafen können, weil ich auf das nächste Geräusch von oben warte. Das hört sich wirklich krank an, ist aber so. Meine Freunde haben mir schon gesagt, dass ich an einer "Lärmneurose" leide.
von maikind am 30.11.2004 22:30
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