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Nach Polizeischlägen droht 17-jährigem Russen Verlust der Genitalien

AFP VOM 6.9.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 1267 Aufrufe
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Polizei, Folter

Menschenrechtsorganisation wirft Beamten Folter vor

Einem 17-jährigen Russen droht Menschenrechtsaktivisten zufolge nach einer brutalen Misshandlung durch die Polizei der Verlust seiner Genitalien. Nachdem die Bezirkspolizei von Kstowo den Jugendlichen verprügelt habe, sei "nicht sicher, ob die Ärzte die Geschlechtsorgane des Jungen retten können", erklärte am Montag die Nichtregierungsorganisation Komitee gegen Folter. Eigenen Aussagen zufolge war Nikita Kaftassew mit einem Freund in der Region Nischni-Nowgorod rund 500 Kilometer östlich von Moskau von der Polizei aufgehalten und Opfer eines willkürlichen Gewaltausbruchs geworden.

Anschließend seien die beiden auf die Wache gebracht worden, wo die Prügelorgie demnach über Stunden weiterging. "Die Jugendlichen wurden zum Opfer von Folter und Spott und Nikita hat Tritte in die Leistenregion erhalten", berichteten das Komitee gegen Folter. Die zuständigen Behörden wollen nun nach eigenen Angaben den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe überprüfen und darüber entscheiden, "ob Kriminalermittlungen aufgenommen werden oder nicht".

Die russische Polizei ist immer wieder in Skandale verstrickt, bei denen ihr etwa Folter, Mord, Beweismittelfälschung, Korruption oder Vergewaltigung vorgeworfen werden. Das Ausmaß der Anschuldigungen hat dazu geführt, dass Russlands Präsident Dmitri Medwedew vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen am Jahresende eine tiefgreifende Reform der Ordnungskräfte angeordnet hat.

6. September 2010 - 18.26 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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