"Welt": Weiterer V-Mann in NPD-Verbotsanträgen aufgetaucht
AFP VOM 31.1.2002 | Nachrichten - Aktuelle Prozesse | 16370 Aufrufe Mehr zum Thema:Schily, NPD, Parteiverbot, V-Mann
Im Antrag des Bundesrats zum Verbot der rechtsextremen NPD ist nach Presseberichten ein weiterer V-Mann aufgetaucht. Dabei handle es sich um den früheren baden-württembergischen Landesvorsitzenden der NPD-Nachwuchsorganisation Junge Nationaldemokraten, Mike Layer, berichtet die Tageszeitung "Die Welt" in ihrer Mittwochausgabe. Wie das Innenministerium von Baden-Württemberg der Zeitung bestätigte, war Layer von November 1996 bis März 1997 für das dortige Landesamt für Verfassungsschutz tätig. Layers Zitate im Verbotsantrag stammten allerdings aus dem Jahr 1998, betonte eine Ministeriumssprecherin.
Layer ist laut "Welt" der fünfte V-Mann, der in den Verbotsanträgen von Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung als Quelle aufgeführt wird. Die V-Mann-Affäre hatte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) heftige Kritik eingebracht. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe setzte das NPD-Verbotsverfahren aus, nachdem es eher beiläufig von der V-Mann-Aktivität einer der Quellen in den Verbotsanträgen erfahren hatte. Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele kritisierte Schilys Informationsstrategie am Dienstag als "nicht ausreichend."
5. Februar 2002 - 21.31 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2002
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