Mutmaßliche ETA-Unterstützer in Spanien festgenommen
AFP VOM 18.1.2011 | Nachrichten - Allgemein | 721 Aufrufe Mehr zum Thema:Terror, ETA
Erste Großrazzien seit Ausrufung von Waffenstillstand
Die spanische Polizei hat bei Großrazzien gegen Unterstützer der baskischen Untergrundorganisation ETA zehn Menschen festgenommen. Laut Innenministerium handelte es um den ersten derartigen Einsatz seit Ausrufung eines dauerhaften und überprüfbaren Waffenstillstands durch die ETA vor gut einer Woche. Die meisten Razzien gab es in der Nacht zum Dienstag in der autonomen Provinz Navarra im Norden Spaniens.
Allein in Pamplona, der Hauptstadt von Navarra, und in umliegenden Orten dieser Region an der Grenze zum Baskenland wurden den Angaben zufolge sechs Verdächtige festgenommen. Diese seien "verantwortlich für die Struktur von Ekin in Navarra". Die spanische Justiz betrachtet Ekin als das "Herz der ETA" und "zuständig für die Umsetzung von deren politischer und militärischer Strategie". Unter den Festgenommen ist Iker Moreno Ibáñez, der Sohn des früheren Führers der ETA-nahen und seit 2002 verbotenen Batasuna-Partei, Txelui Moreno. Vier weitere Festnahmen, drei in Navarra und eine in Vitoria im Baskenland, standen im Zusammenhang mit der verbotenen Hilfsorganisation für ETA-Gefangene, Askatasuna.
Die ETA (Euskadi Ta Askatasuna, Baskenland und Freiheit) hatte am Montag vergangener Woche einen Waffenstillstand erklärt, der aber von der spanischen Regierung als unzureichend zurückgewiesen wurde. Justizminister Francisco Caamaño erklärte, die Polizeiaktion zeige, dass sich in Sachen "Anti-Terrorpolitik" nichts geändert habe. Die Regierung werde wie bisher gegen die ETA vorgehen.
Die von der Europäischen Union und den USA als Terrororganisation eingestufte ETA versucht seit über vier Jahrzehnten, die Unabhängigkeit des Baskenlandes in Nordspanien und Südfrankreich zu erzwingen. Sie wird für den Tod von fast 830 Menschen verantwortlich gemacht.
18.01.2011 - 15:01 Uhr


