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Motorsportboss Mosley bleibt trotz Sexvideos im Amt
AFP VOM 3.6.2008 | Nachrichten - International | 1647 Aufrufe Mehr zum Thema:Motorsportverband, Sexvideo, Mosley
FIA-Verband spricht 68-Jährigem das Vertrauen aus
Motorsportboss Max Mosley bleibt trotz des Sexvideos, das ihn bei Sado-Maso-Spielen mit Prostituierten in Häftlingskleidung und Uniformen zeigt, im Amt. Die Mitglieder des Internationalen Automobilverbandes (FIA) sprachen Mosley bei einer außerordentlichen Hauptversammlung in Paris mehrheitlich ihr Vertrauen aus. Der ADAC reagierte "mit Bedauern und Unverständnis" auf die Entscheidung und kündigte an, die Mitarbeit in der FIA ab sofort ruhen zu lassen. Autobauer wie Mercedes und BMW sowie verschiedene Automobilverbände hatten den 68-jährigen Mosley zum Rücktritt gedrängt.
Bei der Versammlung am Sitz der FIA in Paris erhielt Mosley 103 Stimmen zu seinen Gunsten, 55 Teilnehmer stimmten gegen ihn. Der Brite kann damit bis zum Ende seiner Amtszeit im Oktober kommenden Jahres auf seinem Posten bleiben. Für den ADAC, den größten europäischen Automobilclub, war dies "ein Grund, ab sofort seine Ämter und die Mitarbeit in dem Weltdachverband der Automobilclubs ruhen zu lassen", wie er mitteilte. Der ADAC werde sich aus den weltweit tätigen FIA-Arbeitsgruppen zurückziehen und diese Haltung so lange einnehmen, "wie Max Mosley das Amt des Präsidenten an der Spitze der FIA ausübt".
Der ADAC habe Mosley nach Bekanntwerden der Affäre am 30. März in einem persönlichen Brief "eindringlich" zum Rücktritt aufgefordert, um Schaden von der FIA und ihren Institutionen abzuwenden, erklärte der Club. Er habe sich dazu eng mit anderen großen Automobilclubs in dem Weltverband abgestimmt. Am Wochenende hatte auch Formel-Eins-Chef Bernie Ecclestone seinen Landsmann zum Rücktritt aufgefordert.
Die Boulevardzeitung "News of the World" hatte im März auf ihrer Internetseite ein Video veröffentlicht, in dem Mosley bei sadomasochistischen Sexspielen mit fünf Frauen zu sehen war. Der Motorsportboss, der die FIA seit 15 Jahren leitet, streitet die Orgie nicht ab, will aber nichts von einem "Nazi"-Zusammenhang wissen. Er ist der Sohn des britischen Rechtsextremisten Oswald Mosley, der als Freund und Bewunderer Adolf Hitlers galt und in den 30er Jahren in Großbritannien eine faschistische Partei gegründet hatte.
3. Juni 2008 - 16.44 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2008
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