Mord an junger Französin löst Diskussion über Wiederholungstäter aus
AFP VOM 2.2.2011 | Nachrichten - Allgemein | 1227 Aufrufe Mehr zum Thema:Mord
Verdächtiger war 15-fach vorbestraft und auf Bewährung frei
Der Mord an einer 18-Jährigen hat in Frankreich zur Diskussion über Wiederholungstäter geführt. Zahnabdrücke ergaben mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit, dass es sich bei einer in einem See gefundenen zerstückelten Leiche um ein seit zwei Wochen vermisstes Mädchen handelt, wie die Staatsanwaltschaft Nantes am Dienstagabend mitteilte. Der mutmaßliche Täter, ein 15-fach vorbestrafter Mann aus der Umgebung, habe nicht mit der Polizei zusammengearbeitet und die Ermittler nicht zu der Leiche geführt, betonte Staatsanwalt Xavier Ronsin.
Der 31-jährige Hauptverdächtige war vor einem Jahr auf Bewährung aus dem Gefängnis gekommen, zuletzt liefen sieben Anzeigen aus seiner eigenen Familie gegen ihn. Die Taucher mussten rund zwanzig Wasserstellen in der Gegend um Pornic an der Atlantikküste durchsuchen, bis sie die mit einem Gerüst beschwerten Leichenteile in einem See fanden, sagte Staatsanwalt Ronsin. Der mutmaßliche Täter sei dort oft Angeln gegangen. Er war an dem Abend im Januar, an dem die junge Frau verschwand, zuletzt mit ihr gesehen worden. Den Angaben zufolge wurde Laetitia Perrais erwürgt.
Der Fall wird in Frankreich heiß diskutiert; Innenminister Brice Hortefeux und Justizminister Michel Mercier sagten am Montag, der Wiederholungstäter Tony M. sei nach seiner Freilassung "mangelhaft" beaufsichtigt worden. Dafür werde es "Strafen" geben. Beide Minister sollten Präsident Nicolas Sarkozy am Donnerstag nach Orléans begleiten, wo er eine Rede zur Bekämpfung der Kriminalität und zu Wiederholungstätern halten wollte. Der Präsident hatte die Pflegeeltern der 18-Jährigen in den Elyséepalast eingeladen und ihnen zugesagt, die "Verantwortung" für die Tat werde aufgeklärt.
02.02.2011 - 13:31 Uhr


