Mixa findet sich nun doch mit Verlust seines Amtes ab
AFP VOM 23.6.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 634 Aufrufe Mehr zum Thema:Mixa
Augsburger Ex-Bischof nimmt Intrigen-Vorwurf zurück
Der in Folge des Skandals um die Misshandlung von Heimkindern zurückgetretene Augsburger Bischof Walter Mixa hat sich nun doch mit dem Verlust seines Amtes abgefunden. Der 69-Jährige stelle seinen Rücktritt nicht mehr in Frage und nehme auch den Vorwurf, durch eine Intrige von seinem Posten verdrängt worden zu sein, zurück, teilten Mixa und Vertreter des Augsburger Bistums mit.
In der nach einem gemeinsamen Gespräch in Augsburg veröffentlichten Erklärung akzeptiert der zuletzt heftig umstrittene Mixa seinen Rücktritt vorbehaltlos. "Für den Druck, den er bei Unterzeichnung seines Rücktritts empfunden hat, macht Bischof em. Dr. Mixa niemand verantwortlich und niemandem Vorwürfe", heißt es darin. Der ehemalige Bischof werde zwar wie geplant im Juli ein persönliches Gespräch mit Papst Benedikt XVI. in Rom führen. Dabei werde er aber keinen Versuch unternehmen, seine Rückkehr ins Amt zu erreichen. "Sein Rücktritt und dessen Umstände werden hierbei nicht in Frage gestellt."
Mixa hatte am 22. April nach Vorwürfen finanzieller Unregelmäßigkeiten unter seiner Verantwortung sowie Vorwürfen massiver Prügel gegen Waisenhauskinder seinen Rücktritt angeboten. In einem für den Vatikan ungewöhnlich schnellen Verfahren hatte Papst Benedikt XVI. dieses Gesuch am 8. Mai angenommen. In der vergangenen Woche hatte Mixa dann den Vorwurf erhoben, durch eine Intrige aus Kirchenkreisen zum Rücktritt gezwungen worden zu sein. Er kündigte an, seinen Fall erneut beim Papst und beim päpstlichen Gerichtshof vorzubringen. Zugleich wurde bekannt, dass Mixa überraschend wieder in seine Ex-Dienstwohnung im Augsburger Bischofspalais eingezogen war. Beides sorgte in Kirchenkreisen für Irritationen.
Deutsche Kirchenvertreter hatten die Intrigen-Vorwürfe Mixas zurückgewiesen und im Gegenzug unter anderem auf dessen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik hingewiesen. Der Vatikan stellte umgehend klar, dass ein Vorsprechen Mixas in Rom nichts an der Annahme seines Rücktrittsgesuchs durch Benedikt XVI. ändere. Zuletzt hatte ein Bericht der "Süddeutschen Zeitung" für zusätzlichen Wirbel gesorgt, nachdem es eine geheime Akte des Vatikans über Mixa gibt. Darin finden sich angebliche Hinweise auf Alkoholsucht und "Wirklichkeitsverlust".
Bei dem Treffen in Augsburg willigte der 69-Jährige auch ein, die Wohnung im Bischofspalais zu verlassen.
23. Juni 2010 - 16.53 Uhr
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