Mitarbeiter des Auswärtigen Amts wegen Bestechlichkeit vor Gericht
AFP VOM 29.8.2012 | Nachrichten - Allgemein | 745 Aufrufe Mehr zum Thema:Mitarbeiter, Auswärtiges Amt, Bestechlichkeit
Angeklagter soll Afghanen rechtswidrig Visa verschafft haben
Weil er Visa gegen Bezahlung erteilt haben soll, steht seit Mittwoch ein Mitarbeiter des Auswärtigen Amts in Berlin vor Gericht. Mit ihm ist ein weiterer Mann angeklagt, der an der Visa-Beschaffung beteiligt gewesen sein soll. Wie ein Sprecher des Landgerichts sagte, wird beiden Angeklagten "Bestechung und Bestechlichkeit in besonders schweren Fällen" vorgeworfen.
Der 41-jährige Diplomat Martin T. soll an der deutschen Botschaft in Dubai seit Oktober 2009 in mindestens 16 Fällen Visa gegen Geld ausgestellt haben. Die Visa wurden laut Staatsanwaltschaft an afghanische Staatsangehörige ausgestellt. Diese hätten sich zuvor in Kabul noch vergeblich um Visa für die Einreise nach Deutschland bemüht.
Laut Staatsanwaltschaft arbeitete T. mit dem mitangeklagten Said M. zusammen. Der 36-jährige Said M. habe in Dubai eine Firma betrieben, die Geschäftsbeziehungen zu einer in Hamburg ansässigen Gesellschaft unterhalten habe. M. habe "gegen Zahlung von bis zu 15.000 US-Dollar pro Person" die Einreise der Afghanen nach Dubai organisiert. Dann habe er diese als angebliche Mitarbeiter seiner Firma ausgegeben und Einladungen zu vorgetäuschten Geschäftsbesprechungen nach Hamburg ausgestellt. Die fingierten Einladungen dienten den Angaben zufolge als Grundlage für die Erteilung der Visa.
T. habe als damaliger Leiter von Konsularabteilung und Visastelle der Botschaft dafür gesorgt, dass die Visa erteilt wurden, obwohl die Antragsteller die Voraussetzungen nicht erfüllt hätten, erklärte die Staatsanwaltschaft. Er soll pro Fall vom Angeklagten M. 3000 bis 4000 Euro erhalten haben. Für den Prozess sind 18 Verhandlungstage angesetzt. Nach Angaben des Auswärtigen Amts ist T. "seit über einem Jahr nicht mehr in der Botschaft in Dubai tätig", ist aber weiter Mitarbeiter des Auswärtigen Amts.
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