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Mit ca 3g erwischt.

19.6.2017 Thema abonnieren
Geschlossen Neuer Beitrag
 Von 
go468202-39
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Mit ca 3g erwischt.

Guten tag, ich wurde mit gras für, welches ich zuvor für 30euro gekauft habe erwischt, welches in aluminium folie verpackt war, die Polizei hat einen Wert von 8,8gramm gewogen (nicht unter meinen augen). So eine hohe zahl ist einfach nicht möglich, es sei denn sie haben die Folie mitgewogen. Ich bin voher nie bei der Polizei in erscheinung getreten. Ich wurde verurteilt zu 40Tages Sätze von 10euro. Was soll ich da jetzt tun?
Ich komme aus hessen

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unsterblich
(22236 Beiträge, 4967x hilfreich)

Zitat:
Ich wurde verurteilt zu 40Tages Sätze von 10euro

Per Strafbefehl oder in einer Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht?

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#2
 Von 
go468202-39
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Per strafbefehl, welchen ich am samstag per Einschreiben erhalten habe. Die tat war am 7.1

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#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unsterblich
(22236 Beiträge, 4967x hilfreich)

Dann kann man grds. Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen (binnen 14 Tagen nach Zustellung, steht auch alles in der Rechtsmittelbelehrung des Strafbefehls) Gleichzeitig kann man beantragen, dass die sichergestellten BTM nochmals nachgewogen werden sollen und das Nettogewicht ermittelt werden soll.

Es wird dann eine Hauptverhandlung bei Gericht geben. Nur: Selbst wenn bei der Nachwiegung herauskommt, dass es netto nur z.B. 5,8g waren, heißt das nicht, dass das Verfahren nach § 31a BtmG eingestellt wird, oder sich die Strafe signifikant verringert. Selbst wenn das Gericht auf 30 Tagessätze heruntergehen sollte, würde diese Ersparnis (100,00 €) durch die (zusätzlich entstehenden) Gerichtskosten (70,00 €) so gut wie aufgefressen. Wirklich lohnen würde es sich also nur, wenn man darauf spekulieren würde, dass das Gericht die Tagessatzanzahl quasi halbiert oder doch noch eine Einstellung nach § 31a BtmG in Erwägung zieht (wobei es dazu auch die Zustimmung der Staatsanwaltschaft bräuchte). Wenn die einstellen wollen würde, hätte sie das aber auch direkt tun können, auch bei 8,8g, denn in Hessen gilt m.W. die Regelung der "Kann-Einstellung" bis 15g. Regeleinstellung in Hessen erfolgt bis 6g. Deswegen wird man eine Chance auf eine Einstellung ohnehin nur dann haben, wenn die Nettomenge unter 6g liegt.

-- Editiert von !!Streetworker!! am 19.06.2017 11:48

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#4
 Von 
go468202-39
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die schnelle Antwort, ich gehe sehr stark davon aus dass die netto menge unter 5gramm liegen muss. Ich möchte nur Einspruch einlegen wenn die chance hoch ist dass das verfahren eingestellt wird. Was würde geschehen wenn die jetzt nachwiegen und es stellt sich heraus das es nur 4 oder 5gramm gewesen sind?

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#5
 Von 
drkabo
Status:
Richter
(8077 Beiträge, 5958x hilfreich)

Zitat:
Was würde geschehen wenn die jetzt nachwiegen und es stellt sich heraus das es nur 4 oder 5gramm gewesen sind?

Es kommt trotzdem zu einer Gerichtsverhandlung.
In der Gerichtsverhandlung ergeben sich drei realistische Möglichkeiten:
a) Die Strafe sinkt nur minimal, dafür fallen Gerichtskosten an -> Sie machen ein Verlustgeschäft
b) Die Strafe sinkt deutlich -> Sie kommen trotz der Gerichtskosten billiger weg
c) Die Angelegeheit wird wegen Geringfügigkeit eingestellt.
Welche der drei Varianten eintreten wird, müsste man in einem Hellseher-Forum nachfragen.
Die Chance, dass Variante c) eintritt, ist zwar groß, aber bei weitem nicht 100%. Vor allem, weil Variante c) nur möglich ist, wenn die Staatsanwaltschaft einverstanden ist.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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