Minderjährige und Verträge

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Vertragsrecht Rubrik, Minderjährige, Geschäftsunfähige, Taschengeld, Verträge

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Beispiel: Kaufvertrag eines geschäftsunfähigen Kindes

Fall:

Sie erlauben Ihrem sechsjährigen Sohn Klaus, sich von seinem Taschengeld eine neue Hörspielkassette zu kaufen. Hocherfreut macht dieser sich auf den Weg, um diese bei dem nächstgelegenen Supermarkt zu besorgen.
Darf Klaus die Kassette behalten?

Lösung:

Da Klaus erst sechs Jahre alt ist, kann er noch keine wirksamen Verträge aufgrund der fehlenden Geschäftsfähigkeit schließen. Auch der Umstand, dass die Kassette vom Taschengeld gekauft wurde, hilft hier nicht weiter.Es wird in der Praxis aber so sein, dass Klaus die Kassette trotz der Geschäftsunfähigkeit bekommt. Die Verkäufer werden in der Regel nicht nachfragen, ob denn die Geschäftsfähigkeit vorliegt. Ebenso werden Sie als Eltern sich hierauf nicht berufen, da Sie Ihre Erlaubnis erklärt haben.Das Fehlen der Geschäftsfähigkeit gewinnt nur dann Relevanz, wenn Klaus ohne jegliche Erlaubnis losgegangen wäre und etwas gekauft hätte, das nicht Ihre Zustimmung findet. In diesem Fall könnten Sie die fehlende Geschäftsfähigkeit geltend machen, wodurch der Vertrag unwirksam wäre. Aufgrund des unwirksamen Vertrages wären Sie in der Lage, das Geld zurückzufordern, müssten im Gegenzug allerdings die Hörspielkassette an den Verkäufer aushändigen.

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Seiten in diesem Artikel:
Seite  1:  Minderjährige und Verträge
Seite  2:  Geschäftsunfähige Kinder
Seite  3:  Beschränkt geschäftsfähige Kinder
Seite  4:  Die Sache mit dem Taschengeld - § 110 BGB
Seite  5:  Kauf von Tieren
Seite  6:  Berufstätige und selbständige Minderjährige
Seite  7:  Volljährigkeit des Kindes
Seite  8:  Beispiel: Kaufvertrag eines geschäftsunfähigen Kindes
Seite  9:  Beispiel: Kaufvertrag eines beschränkt geschäftsfähigen Kindes
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