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Minderj. Kind, eigene Wohnung, Lehrstelle verloren

2.1.2012 Thema abonnieren Zum Thema: Kind Wohnung eigene
 Von 
Ralfi_Klein
Status:
Beginner
(87 Beiträge, 8x hilfreich)
Minderj. Kind, eigene Wohnung, Lehrstelle verloren

Hallo,
ein 17-jähriges Kind begann eine Lehre zum Bäcker. Aufgrund des eigenen Verdiemnstes + Kindergeld + Unterhalt vom Vater dachte sie, sie nimmt sich einen eigenen Wohnung, unweit ihrer Mutter.
Nun verliert sie nach 3 Monaten die Lehrstelle.
Was passiert denn in dem Fall?
Mutter ist nich leistungsfähig. Muss der Vater nun für den vollen Unterhalt von 670 Euro abzgl. Kindergeld, also 486 Euro, aufkommen, wenn er mit seinem Einkommen über dem Selbstbehalt von 950 Euro bleibt.
Oder braucht Vati nur nach der Düsseldorfer Tabelle zu zahlen?
Das ist sicher nicht der Normalfall, darum die Bitte um Hilfe.
Danke und LG
Ralf

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Kind Wohnung eigene


15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(23096 Beiträge, 8908x hilfreich)

Ist schwer zu beurteilen. Wann wird denn das Kind 18?
Dann hätte sich ja der Unterhalt ohnehin um das Kindergeld reduziert. Wie wärs mit arbeiten? Denn wenn das Kind nichts tut, habe ich auch bei Minderjährigen erhebliche Zweifel daran, dass der Vater das finanzieren muss. Wie wärs mit zurückziehen?

wirdwerden

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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(23096 Beiträge, 8908x hilfreich)

Ach die ist das! Die, wo möglichst viel abgegriffen werden sollte. Nun ja, bleibt abzuwarten, ob die Eltern die Wohnung kündigen. Denn nur die können das ja. Tja, und bis dahin heisst es eben, für sich selbst sorgen.

Wann ist denn nun der 18. Geburtstag da?

wirdwerden

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#4
 Von 
Ralfi_Klein
Status:
Beginner
(87 Beiträge, 8x hilfreich)

@ wirdwerden: Ja, genau die Tochter ist das.

Der Geburtstag ist erst im September 2012.

Zurückziehen des Kindes istz nicht möglich, da die Mutter Hartz4 hat und ne kleinere Wohnung nehmen musste.

Ich bin mir halt nicht sicher, als was sie nun zählt. Ist sie minderjährig, womit ihr das geld auch so zusteht, oder hat sie echt schon die Pflichten eines Erwachsenen.
Demgegenüber stünde ja auch die Pflicht, den bedarf des Unterhaltes so gering wie möglich zu halten, so dass sie hätte gar nicht ausziehen dürfen/können....



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#6
 Von 
Ralfi_Klein
Status:
Beginner
(87 Beiträge, 8x hilfreich)

nein, also Vati hat mit dem Mietvertrag überhaupt nichts am Hut, das haben die beiden Mütter der Kinder erledigt. Da hätte sich Vati schlechtestenfalls nicht leiwten können, eben für Unterhalt und evtl. Mietschulden & Co. auf zu kommen. Außerdem hat Paps kein Mitspracherecht, da war treibende Kraft Kind und mutti wars wohl ganz angenehm.

Die Lehre ging flöten, da der Betrieb eine Zweigstelle schließt und sie noch in der Probezeit ist. Sie sucht auch schon ne neue Lehrstelle.
Aber das was wäre wenn schlimmstenfalls für den Vater? Wenn sie keine Lehrstelle findet und auch keinen anderen Job hat. sie ist doch miderjährig.

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#8
 Von 
Ralfi_Klein
Status:
Beginner
(87 Beiträge, 8x hilfreich)

Mutter hat kein Einkommen, weiß nicht, wie sie das aufbringen wollen, da auch die Mutter des Freundes nix hat.

es existiert ein Vergleich, nach dem bis zur wirtschaftlichen Selbständigkeit 100 % der DT gezahlt werden muss.

Ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie eine Verzichtserklärung unterschreiben, eher gehen sie zum Anwalt, da das ja eh für sie durch Prozesskostenhilfe kostenlos ist.

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#9
 Von 
Monopolist
Status:
Schüler
(269 Beiträge, 120x hilfreich)

Durch den Verlust der Lehrstelle, besteht schon keine Unterhaltspflicht mehr.
Sofern das Kind für den Verlust selbst verantwortlich ist.


Quelle: ABC Recht

quote:

Sigrun von Hasseln: Grundsätzlich sind Eltern nicht gezwungen, den Unterhalt auf das Konto ihres Kindes zu überweisen. Sie können, solange ihr Kind unverheiratet ist, bestimmen, dass das Kind zu Hause wohnt und ißt; selbst wenn das Kind volljährig ist (§ 1612 Abs. 2 BGB ).
Von deutschen Gerichten wurde unter anderem in folgenden Fällen entschieden, dass Eltern keinen regelmäßigen Geldunterhalt zahlen müssen:

beim Wunsch nach innerer Lösung vom Elternhaus;
bei einer tiefgreifenden Entfremdung, wenn sie durch ein rücksichtsloses oder provozierendes Verhalten des Kindes verursacht worden ist.

Redaktion: Natürlich ist für Eltern interessant zu wissen, wie lange und in welchem Umfang sie ihrem Kind eine langwierige Berufsausbildung zahlen müssen.

Sigrun von Hasseln: Die Eltern sind verpflichtet, ihren Kindern eine deren Anlagen und Fähigkeiten entsprechende Berufsausbildung zu finanzieren, solange sie nicht ihren eigenen angemessenen Unterhalt gefährden. Je begabter und strebsamer ein Kind, desto höher ist sein Ausbildungsanspruch. Eltern müssen auch dann bis zum Ende der Ausbildung den "angemessenen Unterhalt" finanzieren, wenn sie sich einverstanden erklärt haben, dass das Kind eine solche Ausbildung macht, z.B. zur Konzertpianistin.
Eltern brauchen keine übermäßigen Opfer zu erbringen. Hat ein Jugendlicher die Schule grundlos abgebrochen (Nullbock oder schlechte Noten), sind Eltern nicht verpflichtet, dem Kind durch die Finanzierung teurer Nachhilfe oder Internate nachträglich zum Abitur zu verhelfen.

Redaktion: Nun gibt es immer wieder Fälle, in denen dem Kind der erlernte Beruf keinen Spaß macht. Müssen Eltern jetzt eine zweite Berufsausbildung oder ein Zweitstudium finanzieren?

Sigrun von Hasseln: Grundsätzlich nicht. Das Kind ist dann nämlich nicht mehr ausserstande, sich selbst zu unterhalten. Es gibt aber Ausnahmen. So kann beispielsweise für eine zweite, ganz neue Berufsausbildung (Berufswechsel) Unterhalt gefordert werden, wenn zwingende Gründe dies erfordern. Das kann der Fall sein, wenn der Erstberuf aus gesundheitlichen Gründen nicht ausgeübt werden kann (z.B. Allergie) oder wenn der Unterhaltsberechtigte dem Beruf nicht mehr gewachsen ist (z.B. nach einem Unfall).



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#10
 Von 
Camper2011
Status:
Schüler
(459 Beiträge, 115x hilfreich)

Ich schreibe jetzt mal, wie es Unterhaltsrechtlich meiner Tocher ergangen ist, die nach 3 Wochen ihre Bäckelehre auch geschmissen hat und ihr die Mutter einredete, dann muss Papa wieder Unterhalt bezahlen.

Pfeiffendeckel

Sie war noch nicht einmal 17, wo das Gericht jede Unterhaltsverpflichtung ab Zeitpunkt von Töchterchens Kündigung aberkannt hat.

Und eine Filialschließung ist beileibe kein Grund, einem Azubi zu kündigen. Die Ausbildung wird ja sicher nicht vom Vorhandenseine einer Filiale abhängig gemacht worden sein. Da ist mehr vorgefallen.

lg

Camper

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-- Editiert Camper2011 am 02.01.2012 21:34

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#11
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(23096 Beiträge, 8908x hilfreich)

1. Es ist noch ein Titel in der Welt, das bitte nicht vergessen. Und die Kleine ist noch nicht 18. Da wird es eng. Was ich machen würde: auf Abänderung des Titels klagen. Das wäre das erste. Es sollte möglich sein, zumindest dann ein Ruhen des Unterhaltsanspruchs der Tochter hin zu bekommen, wenn die Tochter eben nichts tut bzw. sich nicht um eine Lehrstelle bemüht, nachweisbar. Die Handwerkskammern bieten doch Lehrstellenbörsen an. Es gibt Beratung speziell für diese Fälle bei der Kammer oder auch der AfA.

2. Um die Wohnung, da muß der Vater sich dann nicht kümmern. Die haben die Mütter an der Backe. Bis der Titel aus der Welt ist, würde ich das zahlen, was bisher gezahlt worden ist.

3. Die 670 € sind für den Fall gedacht, dass ein Kind in der Ausbildung ist und wegen der Ausbildung zu Hause nicht wohnen kann. Selbst bei volljährigen Kindern haben die Eltern aber immer das Wahlrecht, ob sie den Kindern freie Kost und Unterkunft anbieten oder aber die auswärtige Unterkunft.

Ich hab gerade bei unserer Handwerkskammer mal nachgeschaut. Da sind noch Lehrstellen im Bereich Einzelhandelskaufmann, Bäcker frei. Zusätzlich gibt es spezielle Programme der AfA für so Fälle. Z.B. Bildungswerke, die Vertragsunternehmen haben, die ausbilden. Wenn der Vater das Sorgerecht hat, dann kann er doch einmal beim ehemaligen Ausbilder nachfragen, was Sache war. Mal selbst bei der AfA und der Kammer vorbeischauen. Und der Kleinen "Feuer unterm Hintern" machen. Wäre auch gut für den sich möglichwerweise anbahnenden Unterhaltsstreit.

wirdwerden

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#12
 Von 
Ralfi_Klein
Status:
Beginner
(87 Beiträge, 8x hilfreich)

Hallo,
ja, das mit dem Nachfragen beim Ausbilder (auch ohne Sorgerecht) hatte Vati auch schon als Hintergedanken, da sie sagte, sie würden ne Zweigstelle schließen und darum. Sie hatte vorher aber eben auch schon eine andere Lehre als Kosmetikerin begonne, wo sie innerhalb von 2 Wochen draußen war. Ich will sie da jetzt aber nicht so schlecht machen, sie hatte damals auch innerhalb weniger Tage die neue Lehrstelle. Ist nur eben komisch, innerhalb von 3 Monaten 2 Lehrstellen verloren.
Dass mit dem weiterzahlen wie bisher würde ich auch machen, wollte aber eben nicht unbedingt zu einem Anwalt aber da werde ich wohl nicht mehr drum herum kommen, schade eigentlich.
Na ok, danke ecuh recht herzlich, hat mir ja doch weiter geholfen bzw. bisschen was bestätigt :-)
LG Ralf

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#13
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(23096 Beiträge, 8908x hilfreich)

War wohl auch mehr eine Bäckereifachverkäuferinnen-Lehre. Denn in Filialen backt man ja wohl nicht.

wirdwerden

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#14
 Von 
azrael
Status:
Master
(4946 Beiträge, 659x hilfreich)

quote:
Ich schreibe jetzt mal, wie es Unterhaltsrechtlich meiner Tocher ergangen ist, die nach 3 Wochen ihre Bäckelehre auch geschmissen hat und ihr die Mutter einredete, dann muss Papa wieder Unterhalt bezahlen.

Pfeiffendeckel

Sie war noch nicht einmal 17, wo das Gericht jede Unterhaltsverpflichtung ab Zeitpunkt von Töchterchens Kündigung aberkannt hat.


Du hast vergessen zu erwähnen, dass du VOR der Ausbildung zu Unterhaltszahlungen aufgefordert wurdest, diesen aber nicht nachgekommen bist, bis es zu einem Strafantrag kam. Nun tu mal nicht so, als würde man DICH ausnutzen.

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"gruß azrael"

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#15
 Von 
Camper2011
Status:
Schüler
(459 Beiträge, 115x hilfreich)

@azrael

Meine Vorladung zur Polizei kam am 07.08.

Töchting hatte am 01.08. ihre Lehre begonnen und 3 Wochen später wieder geschmissen.

Dann bis Mai des folgenden Jahres nichts weiter getan, als auf Papas Unterhalt zu warten.

In der zweiten Instanz wurde das auch noch für rechtmäßig empfunden.

Erst als das OLG/Strafrecht der Vorinstanz gehörig auf die Finger geklopft hat, hat sich das Gericht an den § 1602 BGB erinnert und fiktiv ein Einkommen angenommen.

lg

Camper

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-- Editiert Camper2011 am 04.01.2012 11:38

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