Die Münchner Staatsanwaltschaft will noch in diesem Jahr Anklage gegen den mutmaßlichen Erpresser von Milliarden-Erbin und BMW-Großaktionärin Susanne Klatten erheben. Mit einer Eröffnung des Verfahrens gegen den 41-jährigen Schweizer Helg S. vor dem Münchner Landgericht sei frühestens zwei oder drei Monate später zu rechnen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, Anton Winkler. Ob die verheiratete dreifache Mutter im Gerichtssaal auf ihren ehemaligen Liebhaber treffen werde, sei dabei noch unklar.
Die 46-jährige Klatten, die die reichste Frau Deutschlands ist, hatte Anfang des Jahres Anzeige wegen Betrugs und Erpressung gegen S. erstattet. Mit diesem hatte sie Medienberichten zufolge im vergangenen Jahr eine mehrmonatige Affäre. Während dieser Zeit habe Klatten dem Mann 7,5 Millionen Euro gegeben, weil dieser angeblich Probleme mit der US-Mafia hatte.
Nach Beendigung der Liaison durch Klatten habe der Schweizer Klatten mit kompromittierenden Fotos und Videoaufnahmen von ihren Treffen erpressen wollen, heißt es in verschiedenen Zeitungsberichten. Für die von einem Komplizen heimlich gemachten Aufnahmen habe er 40 Millionen Euro gefordert. Klatten alarmierte daraufhin die Behörden. In Österreich gelang im Januar die Festnahme von S. und seinem mutmaßlichen Komplizen; S. befindet sich inzwischen in Deutschland in Haft. Die Staatsanwaltschaft machte am Montag weiter keine Angaben dazu, ob er die Vorwürfe gesteht.
Klatten ist eine der Erbinnen der Quandt-Familie. Außer Anteilen an BMW gehört ihr die Hälfte des Chemieunternehmes Altana. Laut "Süddeutscher Zeitung" sind die Anteile trotz des Absturzes an den Aktienmärkten insgesamt noch immer mehr als zwei Milliarden Euro wert. Darüber hinaus besitze Klatten weitere mehr als zwei Milliarden Euro aus dem Verkauf von Altana-Anteilen vor zwei Jahren.
3. November 2008 - 15.47 Uhr
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