Milliardenbetrüger Madoff zu 150 Jahren Haft verurteilt
AFP VOM 29.6.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 795 Aufrufe Mehr zum Thema:Madoff
71-Jähriger entschuldigt sich bei Opfern
Der geständige Milliardenbetrüger Bernard Madoff ist von einem New Yorker Gericht zu 150 Jahren Haft und damit zur Höchststrafe verurteilt worden. "Es ist die Entscheidung dieses Gerichts, dass Bernard Madoff zu 150 Jahren im Gefängnis verurteilt wird", sagte Richter Denny Chin. Das Gericht folgte damit der Forderung der Staatsanwaltschaft. Madoffs Anwälte hatten unter Hinweis auf das fortgeschrittene Alter ihres Mandanten um eine mildere Strafe gebeten.
Kurz vor Verkündung des Strafmaßes hatte Madoff sich noch bei seinen Opfern entschuldigt: Es tue ihm leid, sagte er. Er müsse nun "bis ans Ende seiner Tage mit diesem Schmerz leben". Seinen Angehörigen hinterlasse er ein schweres Erbe der Schande: "Ich bin für eine Menge Kummer und Leid verantwortlich."
Madoffs Anwälte hatten unter Hinweis auf das fortgeschrittene Alter ihres Mandanten um eine mildere Strafe gebeten. Der einstige Star-Investor Madoff hatte über Jahre mit einem komplexen Pyramidensystem Investoren um Milliarden Dollar geprellt. Nachdem sein betrügerisches System im vergangenen Dezember zusammengebrochen war, wurde er wegen Diebstahls, Geldwäsche und Urkundenfälschung angeklagt.
Madoffs Pyramidensystem war so kompliziert, dass die Ermittler noch nicht einmal das genaue Ausmaß des Schadens berechnen konnten. Sie gehen davon aus, dass er etwa 13 Milliarden Dollar von seinen Investoren bekam. Zuvor war von bis zu 50 Milliarden Dollar die Rede. Er habe den Eindruck, dass Madoff vor Gericht nicht sein ganzes Wissen mitgeteilt habe, um die Entschädigung der Opfer zu erleichtern, kritisierte Richter Chin.
Madoff hatte sich im März in allen Anklagepunkten schuldig bekannt. Zugleich räumte er ein, dass Geld einen unwiderstehlichen Reiz auf ihn ausübe. Bei Madoffs kriminellen Machenschaften handelte es sich um den mutmaßlich größten Betrugsfall der Wirtschaftsgeschichte. Zu seinen Opfern zählen Banken, Privatleute, aber auch Wohltätigkeitsorganisationen.
Bereits vor wenigen Tagen hatte das Gericht die Beschlagnahme des illegal erworbenen Anlagevermögens von Madoff in Höhe von 170 Milliarden Dollar (121 Milliarden Euro) angeordnet. Zugleich wurde der Einzug von 85 Millionen Dollar aus dem Anlagevermögen von Madoffs Frau Ruth verfügt. Das Ehepaar willigte zudem ein, drei ihrer Luxus-Anwesen in Manhattan, Palm Beach und auf Long Island sowie andere Wertgüter zu verkaufen.
29. Juni 2009 - 18.42 Uhr
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