Knapp zwei Monate nach seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl muss sich Sri Lankas früherer Armeechef Sarath Fonseka vor einem Militärgericht verantworten. Der Prozess begann am Dienstag im Marine-Hauptquartier in der Hauptstadt Colombo in Anwesenheit des 59-Jährigen mit der Verlesung der Anklage, wie die Nachrichtenagentur AFP aus Justizkreisen erfuhr. Dem heutigen Oppositionsführer wird unter anderem vorgeworfen, entgegen der Vorschriften schon als Armee-Chef politisch aktiv gewesen zu sein. Journalisten sind als Beobachter von dem Verfahren ausgeschlossen.
Bei seiner Festnahme Anfang Februar war Fonseka noch beschuldigt worden, einen Militärputsch und die Ermordung von Präsident Mahinda Rajapkse geplant zu haben. Diese viel schwerer wiegenden Vorwürfe wurden vor Gericht jedoch nicht gegen ihn vorgebracht. Fonseka drohen bis zu fünf Jahre Haft. Er weist die Vorwürfe als politisch motiviert zurück. Seinem Sprecher zufolge soll mit dem vermutlich Monate dauernden Prozess Fonsekas Teilnahme an der Parlamentswahl Anfang April verhindert werden.
Im Mai vergangenen Jahres war der damalige Armeechef Fonseka für den Sieg über die tamilischen Rebellen im Nordosten des Landes gefeiert worden. Mit der Militäroffensive ging ein fast vier Jahrzehnte währender Bürgerkrieg zu Ende. Später überwarf sich Fonseka mit Rajapakse. Er trat im November aus der Armee aus und kandidierte bei der Präsidentschaftswahl Ende Januar gegen den Amtsinhaber. Dessen Wiederwahl erkennt er nicht an. Fonsekas Festnahme zwei Wochen nach der Abstimmung stieß bei der EU, den USA und der UNO auf Kritik.
16. März 2010 - 10.43 Uhr
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