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Die rechtliche Grundlage

Dieses Angebot wirft natürlich die Frage nach der Rechtmäßigkeit auf. Die Besitzurkunden der Grundstücke sind lediglich von B.R.E.S. zertifiziert. Eine andere Legitimation der Besitzrechte gibt es nicht. Dennis Hope, der Besitzer der Firma, beruft sich sich auf die Outer Space Treaty von 1967 und die Moon Treaty von 1984. Dabei handelt es sich um Verträge der UNO, die die rechtliche Seite der Raumfahrt und alle damit verbundenen Fragen klären sollen. Hopes Ansicht nach nutzt er eine Gesetzeslücke aus, denn in den Verträgen sei nicht ausdrücklich verboten, dass Einzelpersonen Grundbesitz auf dem Mond haben dürfen. Das sei nur für Nationen untersagt. Hope will mit seiner Arbeit eine ausreichend große Lobby von Grundstücksbesitzern schaffen, der die UNO irgendwann einfach nachgeben und ihre Besitzrechte anerkennen muss.

Moon und Outer Space Treaty

Im Artikel II der Outer Space Treaty von 1967 ist erfasst, dass Nationen nicht berechtigt sind, Besitzansprüche im Weltraum, auf dem Mond oder anderen Himmelskörpern zu erheben. Privatpersonen oder Organisationen werden nicht erwähnt und sind deshalb nicht Gegenstand des Vertrags. Die UNO versuchte diesen Mangel in der 1984 in Kraft getreteten Moon Treaty durch den Artikel 11 zu beheben. (Neither the surface... of the moon, nor..., shall become property of any State, international, intergovernmental or non-governmental organization, national organization or non-governmental entity or of any natural person.) Jedoch wurde dieser Vertrag nur von wenigen Mitgliedsländern ratifiziert und hat deshalb keine wirkliche Bedeutung. Allerdings heißt es schon in der Outer Space Treaty, der Mond sei ein Allgemeingut der Menschheit (.. .and shall be the province of all mankind). Schon allein deshalb wären Hopes Besitzansprüche an das „Allgemeingut der Menschheit“ nichtig.

Grundbuchamt San Francisco

Hinzu kommt, dass die Besitzrechte, auf die Hope sich beruft, vom Grundbuchamt in San Francisco vergeben wurden. Die Vergabe von Grundbesitz ist mit den Gesetzen des Landes verknüpft, in dem es sich befindet. Das gleiche gilt für die zuständige Gerichtsbarkeit. Hopes angebliche Rechte sind deshalb nicht durchsetzbar, da der Mond zu keiner Nation gehört und ein amerikanisches Grundbuchamt nur Grundbesitz vergeben kann, der auch auf amerikanischem Territorium liegt. Die USA haben bei ihrer Mondlandung aber ausdrücklich bestätigt, dass sie gemäß der Outer Space Treaty keinen territorialen Anspruch auf den Mond erheben.

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Seite  1:  Grundbesitz auf dem Mond - Wie soll das gehen?
Seite  2:  Die rechtliche Grundlage
Seite  3:  Was kostet die Welt? Kann man den Mond nun kaufen, oder nicht?
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