Auch die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) hat die Kirchen bei der Aufklärung der Missbrauchsvorwürfe zu mehr Zusammenarbeit mit der Justiz ermahnt. "Es gibt Fälle, in denen es nicht so läuft, wie es laufen sollte", sagte sie der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe). "Die Kirche muss jetzt ein klares Signal geben, dass ihr der Schutz der Opfer, das Mitgefühl mit den Kindern, wirklich das Wichtigste ist. Dafür muss sie ganz konsequent mit den Staatsanwaltschaften zusammenarbeiten", forderte die Ministerin.
Stelle sich heraus, dass die Kirche der Staatsanwaltschaft bewusst Verdachtsfälle von Kindesmissbrauch verschwiegen habe, dann werde das Verhältnis von Staat und Kirche beschädigt. Es sei unabdingbar, dass die Kirche sofort die Staatsanwaltschaft einschalte, wenn sie Hinweise auf Missbrauch erhalte. Merk forderte zudem, die Verjährungsfristen bei Kindesmissbrauch auf 30 Jahre zu erweitern.
Vor knapp zwei Wochen hatte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) mit ihrer Kritik an der katholischen Kirche heftige Reaktionen ausgelöst. In einem Interview hatte sie gesagt, sie erwarte, dass die Verantwortlichen der Kirche "endlich konstruktiv mit den Strafverfolgsbehörden zusammenarbeiten." Es sei bisher leider nicht ersichtlich, dass sie ein "aktives Interesse an lückenloser Aufklärung" hätten.
6. März 2010 - 11.59 Uhr
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