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Menschenrechtler fordern Freilassung von türkischem Verweigerer

AFP VOM 16.8.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 1246 Aufrufe
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Wehrdienstverweigerer Inan Suver inzwischen im Hungerstreik

Türkische und internationale Menschenrechtler haben die Freilassung eines in der Türkei inhaftierten Wehrdienstverweigerers gefordert. Die türkischen Behörden müssten zudem sicherstellen, dass der Verweigerer Inan Suver weder gefoltert noch in anderer Weise misshandelt werde, erklärte die Türkei-Koordinationsgruppe von Amnesty International am Sonntagabend in Hamburg. Türkische Menschenrechtler hatten am Wochenende ebenfalls für Suvers Freilassung demonstriert.

Suver war vor neun Jahren zum Wehrdienst in der Türkei eingezogen worden, seine Einheit anschließend aber verlassen. In der Türkei, in der es kein Recht auf eine Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen gibt, gilt Suver seitdem rechtlich als Fahnenflüchtiger. Suver verbüßte mehrere Haftstrafen und tauchte anschließend unter. Anfang des Monats wurde er laut Amnesty International erneut festgenommen. Er solle nun bald ein weiteres Mal vor ein Militärgericht gestellt werden.

Das türkische Nachrichtenportal Bianet berichtete, Suver befinde sich seit dem 9. August im Hungerstreik und sei am 12. August in ein Militärkrankenhaus eingeliefert worden. Bei einer Demonstration von einigen Dutzend Unterstützern Suvers in Istanbul forderten Menschenrechtler laut Bianet die Freilassung Suvers und die Anerkennung des Rechts auf Wehrdienstverweigerung.

In der Türkei muss jeder gesunde Mann einen 15-monatigen Wehrdienst in der mit rund 500.0000 Soldaten zweitstärksten NATO-Streitmacht nach der US-Armee ableisten. Nach Schätzungen von Menschenrechtlern gibt es etwa 80 Verweigerer, die Verurteilungen und Haftstrafen riskieren.

16. August 2010 - 10.17 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


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