Markenrechtsstreit zwischen Thor Steinar und Storch Heinar
AFP VOM 21.7.2010 | Nachrichten - Nachrichten | 623 Aufrufe Mehr zum Thema:Thor Steinar, Marke
Landgericht Nürnberg verkündet am 11. August Entscheidung
Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth hat am Mittwoch ein Markenrechtsstreit zwischen der bei Rechtsextremen beliebten Modemarke Thor Steinar und dem Satireprojekt Storch Heinar begonnen. Die für den Vertrieb der Thor-Steinar-Produkte verantwortliche Brandenburger Firma Mediatex will 100.000 Euro von den Storch-Heinar-Erfindern um den SPD-Landtagsabgeordneten Matthias Brodkorb aus Mecklenburg-Vorpommern. Das Gericht kündigte an, am 11. August eine Entscheidung verkünden zu wollen.
Durch den Storch wollte Brodkorb nach eigenen Angaben der Arbeit gegen Rechtsextremismus eine unterhaltsam-satirische Note geben, Thor Steinar dagegen sieht seine Produkte dadurch verunglimpft. Die Jungsozialisten in Mecklenburg-Vorpommern druckten den Storch auf Hemden, Pullovern und Tassen. Mal kommt Storch Heinar mit dem Schriftzug "Kriminelle Inländer" daher, mal in Anspielung auf die Nazi-Größe Rudolf Hess als "debiler Rudolf" mit Flugzeug.
Die Firma Mediatex bedruckt ihre T-Shirts, Kapuzenpullover und Jacken - wenn auch keineswegs ausschließlich - gern mit Runen, Totenköpfen und altdeutschen Schriftzügen. Diese Symbole spielen an auf Wikinger, Germanen und nordische Götter. Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, in dem auch sechs Abgeordnete der rechtsextremen NPD und ihre rund 20 Fraktionsmitarbeiter ein- und ausgehen, ist das Tragen von Thor-Steinar-Kleidung inzwischen untersagt.
21. Juli 2010 - 17.11 Uhr
© AFP Agence France-Presse GmbH 2010


