Mannesmann-Prozess in Düsseldorf neigt sich dem Ende zu
AFP VOM 9.6.2004 | Nachrichten - Nachrichten | 2575 Aufrufe Mehr zum Thema:Mannesmann-Prozess
- Plädoyers der Anklage am 24. Juni - Urteil Mitte Juli möglich
Der spektakuläre Mannesmann-Prozess vor dem Düsseldorfer Landgericht neigt sich dem Ende zu: Nach dem geplanten Abschluss der Beweisaufnahme am 16. Juni sollen am 24. Juni die Staatsanwälte ihr Plädoyer halten, wie ein Sprecher des Gerichts am Mittwoch sagte. Die Plädoyers der Verteidigung würden voraussichtlich ab 30. Juni folgen. Das Gericht rechne dafür mit mindestens drei Verhandlungstagen, da insgesamt zwölf Anwälte beteiligt seien, sagte der Sprecher weiter. Ein Urteil könne die Wirtschaftsstrafkammer unter dem Vorsitz der Richterin Brigitte Koppenhöfer dann frühestens Mitte Juli sprechen. Ein Termin für die Urteilsverkündung sei aber noch nicht absehbar, betonte der Sprecher. Der Zeitplan hänge nicht zuletzt von möglichen weiteren Beweisanträgen ab.
Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Düsseldorf versicherte unterdessen, die Anklagevertreter würden in dem Verfahren keine neuen Hauptbeweisanträge mehr stellen. Möglich seien allenfalls noch weitere Hilfsbeweisanträge. Anfang Mai war die Anklagebehörde vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landegerichts mit einer Reihe von Beweisanträgen gescheitert.
In dem Prozess geht es um die Rechtmäßigkeit von Zahlungen in Höhe von insgesamt 57 Millionen Euro, die laut Anklage bei der Mannesmann-Übernahme durch den britischen Telefonkonzern Vodafone vor gut vier Jahren zu Unrecht als Anerkennungsprämien und Pensionsabfindungen an amtierende und frühere Vorstandsmitglieder geflossen sein sollen. Wegen der Zahlungen müssen sich seit Januar sechs Angeklagte vor Gericht verantworten, darunter Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.
9. Juni 2004 - 13.14 Uhr
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