Der für heute angesetzte Verhandlungstag im Mannesmann-Prozess ist geplatzt. Wegen eines Autounfalls des Anwalts von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann wurde die geplante Strafmaßforderung der Staatsanwälte auf kommende Woche verschoben, wie ein Gerichtssprecher in Düsseldorf sagte. Ackermann-Anwalt Eberhard Kempf liegt demnach im Krankenhaus, ist nach ersten Informationen aber nicht schwer verletzt.
Daher sei damit zu rechnen, dass die Verhandlung kommenden Mittwoch fortgesetzt werden könne. Am zweiten Tag der Plädoyers im Mannesmann-Prozess wollten die Staatsanwälte ihre Strafmaßforderung verkünden. Ankläger Johannes Puls war vor dem Düsseldorfer Landgericht am Mittwoch nicht von seinen Vorwürfen abgerückt. Er zeigte sich weiterhin überzeugt, dass sich Ackermann, Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser und ihre vier Mitangeklagten der Untreue im besonders schweren Fall und der Beihilfe dazu schuldig gemacht haben.
Dabei geht es um insgesamt 57 Millionen Euro, die zu Unrecht als Anerkennungsprämien und Pensionsabfindungen an amtierende und frühere Vorstände geflossen sein sollen. Die Beschuldigten dürfen nach einer Zwischenbilanz, die das Gericht Ende März zog, jedoch mit Freisprüchen rechnen. Das Urteil könnte kommenden Monat fallen.
24. Juni 2004 - 09.42 Uhr
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