Maklerprovision im Internet - was ist mit der Mehrwertsteuer?

Mehr zum Thema:

Maklerrecht Rubrik, Makler, Maklerprovision, Mehrwertsteuer, Bruttopreis, Preisangabe

5 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
6

Die Preisangabeverordnung gilt auch für Maklerangebote gegenüber Verbrauchern

Frage: Ich habe über eine Maklerannonce auf Immobilienscout24.de eine Wohnung gemietet. In der Anzeige war von 2 Kaltmieten Provision zuzüglich Mehrwertsteuer die Rede. Das mit den Steuern hatte ich überlesen. Muss ich die zahlen?

123recht.net: Unternehmer müssen Verbrauchern gegenüber immer die Bruttopreise nennen, die anfallen. Die Angabe "Nettopreis plus Mehrwertsteuer" ist unzureichend und daher unzulässig. Leider hilft Ihnen das aber nachträglich nicht: Der Makler verstößt gegen Wettbewerbsrecht und kann daher von Konkurrenten oder Verbraucherschützern wegen seiner falschen Preisangabe kostenpflichtig abgemahnt werden. Sie selbst können daraus aber keine Rechte herleiten und müssen die Provision voll zahlen.

Arne Schinkel
Von Arne Schinkel
Mitgründer von 123recht.net und Frag-einen-Anwalt.de. Schreibt über das Recht aus ungewohnter Perspektive: seiner. Beachtet die Symptome und bekämpft die Ursachen. Weniger Paragrafen, mehr Eigenverantwortung. "Was jeder einzelne tun kann? Sehr viel: Verantwortung übernehmen. Und im Fall von Unrecht entscheiden: Da mache ich nicht mit!"

Frage: Muss der Makler bei richtger Preisangabe dann den Endpreis als Zahl angeben?

123recht.net: Nein, der Makler muss jetzt nicht die konkrete Provision ausrechnen und das angeben, also etwa nicht "938 Euro". Die Kaltmiete kann sich im Zuge der Verhandlungen ja auch noch ändern. Richtig ist daher eine Angabe wie "2,38 Kaltmieten inklusive Mehrwertsteuer". Hier ist die Steuer dann bereits eingerechnet, ohne die konkrete Miete nennen zu müssen.

Leserkommentare
von Rechtsanwalt Johannes Kromer am 07.02.2015 08:52:13# 1
Interessant wird der Fall zudem für Makler, die von der Kleinunternehmerregelung des § 19 Umsatzseuergesetz (UStG) Gebrauch machen und keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen.

Wie oben aufgeführt, muss der Unternehmen gegenüber Verbrauchern stets den Bruttopreis nennen, also "inklusive Mehrwertsteuer". Beim Kleinunternehmer ist jedoch gerade das auch wieder falsch, da ja gerade keine Mehrwertsteuer enthalten ist: http://www.frag-einen-anwalt.de/Maklerprovision-Kleinunternehmer-Anwalt-Immobilienrecht----f261287.html

Viele Grüße

Rechtsanwalt Kromer
Tannenweg 17
72654 Neckartenzlingen
info@rechtsanwalt-kromer.de
www.rechtsanwalt-kromer.de



    
Ihr Kommentar zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Maklerrecht Makler: Provision ohne Mehrwertsteuer angeben – Abmahnung droht
Maklerrecht Widerruf von Maklerverträgen
Maklerrecht Hoher Preisnachlass und Maklerprovision