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Madoff-Vollstrecker sieht in Hausbank Mitschuldigen

Madoff-Vollstrecker sieht in Hausbank Mitschuldigen

AFP VOM 4.2.2011 | Nachrichten - Allgemein | 390 Aufrufe
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JP Morgan soll vor Festnahme Verdacht gehegt haben

Milliardenbetrüger Bernard Madoff hat seine Opfer nach Ansicht des Konkursverwalters nur mit Hilfe seiner Hausbank JP Morgan Chase so lange hinters Licht führen können. Die US-Großbank stehe "mitten im Zentrum des Betrugs", heißt es in der Klageschrift des Konkursverwalters Irving Picard. JP Morgan Chase wies die Vorwürfe umgehend zurück und warf Picard "Verdrehung der Fakten" vor.

Zahlreiche Banken hätten den Betrug Madoffs erst möglich gemacht, doch die JP Morgan Chase sei ein "regelrechter Komplize" des Milliardenbetrügers gewesen, wirft Irving der Bank in seiner Klageschrift vor. Er hatte sie bereits am 2. Dezember eingereicht und das Geldhaus auf insgesamt 6,4 Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) Schadenersatz verklagt.

Lange vor der Festnahme Madoffs im Dezember 2008 hätten Mitarbeiter der Bank "gewusst oder wissen müssen", dass dieser "wahrscheinlich" ein Betrüger ist, erklärte Picard-Anwältin Deborah Renner. Trotz "jahrelangen" Verdachts habe die Bank die Behörden erst im Oktober 2008 alarmiert, erklärte die Anwältin. Picard-Anwalt David Sheehan ergänzte, die Bank habe in den 20 Jahren ihrer Geschäftsbeziehung zu Madoff "einzigartigen" Einblick in dessen Transaktionen gehabt.

"Die Geschichte, wie Madoff die Besten und Brillantesten der Finanzgemeinschaft getäuscht hat, wurde viele Male erzählt", heißt es in der Klageschrift Picards. Seine Untersuchungen aber deckten "eine ganz andere Version auf: Diejenige von Finanzinstitutionen in der ganzen Welt, denen die Möglichkeit eines Betruges bewusst war und die bewusst weggesehen haben."

JP Morgan Chase erklärte, die Vorwürfe seien "haltlos". Die Bank sei nicht über den von Madoff begangenen Betrug informiert gewesen und daran auch in keinster Weise beteiligt gewesen. Madoff sei kein großer Kunde gewesen. Die Erträge aus Anlagen bei der Bank seien "bescheiden" gewesen und hätten den marktüblichen Zinsen entsprochen. JP Morgan Chase werde sich "entschlossen" zur Wehr setzen.

Madoff hatte über Jahre hinweg mit Hilfe eines komplexen Systems tausende Anleger um geschätzte bis zu 65 Milliarden Dollar geprellt. 2009 wurde der 72-Jährige zu 150 Jahren Haft verurteilt. Im Prozess hatte er gestanden, die ihm anvertrauten Summen nie angelegt zu haben. Zu seinen Opfern zählten Banken, Privatleute und Wohltätigkeitsorganisationen.

04.02.2011 - 13:31 Uhr

© AFP Agence France-Presse GmbH 2010

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