Im Prozess gegen den US-Milliardenbetrüger Bernard Madoff hat der Anwalt des früheren Wall-Street-Finanziers das Gericht um eine milde Strafe gebeten. Angesichts der wahrscheinlichen Lebenserwartung des 71-jährigen Madoff von noch etwa 13 Jahren seien zwölf Jahre Haft angemessen, schrieb Ira Lee Sorkin Richter Denny Chin. Beim Strafmaß müssten neben Madoffs Alter unter anderem berücksichtigt werden, dass er umfänglich mit der Justiz kooperiert und seine Verantwortung voll eingestanden habe und es nicht um ein Gewaltverbrechen gehe.
Madoff verstehe den Vergeltungswunsch seiner Opfer, schrieb Sorkin weiter. Einige Äußerungen der Betrugsopfer kämen jedoch Lynch-Aufforderungen gleich. Die Verteidigung erwarte ein "gerechtes und angemessenes Urteil" ohne Hysterie und Emotionen. Das Urteil in dem Betrugsprozess soll am Montag fallen.
Madoff hatte Investoren mittels eines Schneeballsystems über die Jahre um Milliarden betrogen. Im März bekannte er sich im mutmaßlich größten Betrugsfall der Wirtschaftsgeschichte des Diebstahls, der Geldwäsche und der Urkundenfälschung schuldig, worauf er in Haft genommen wurde. Dem früheren Wall-Street-Finanzier drohen bis zu 150 Jahre Gefängnis.
23. Juni 2009 - 21.10 Uhr
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