MS Conti Alexandrit insolvent: Schadensersatzansprüche der Anleger

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Nur sechs Jahre nachdem Conti den Schiffsfonds MS Conti Alexandrit aufgelegt hat, ist die Schiffsgesellschaft pleite. Das Amtsgericht Lüneburg eröffnete am 30. Juni 2016 das vorläufige Insolvenzverfahren über die Conti 173. Schifffahrts-GmbH Bulker KG MS Conti Alexandrit (Az.: 56 IN 58/16).

Die Finanzkrise 2008 brachte zahlreiche Schiffsfonds in massive wirtschaftliche Schwierigkeiten. Dennoch legte Conti zwei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise den Schiffsfonds MS Conti Alexandrit auf. Hoffnungsvoll stimmte dabei vor allem, dass das der Bulker für zwölf Jahre fest verchartert war. Allerdings ging der Charterer nach drei Jahren pleite und damit geriet auch der Schiffsfonds in Schwierigkeiten. Nach dem Insolvenzantrag drohen den Anlegern hohe finanzielle Verluste bis hin zum Totalverlust ihrer Einlage.

Arthur R. Kreutzer
seit 2013 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
80539 München
Wirtschaftsrecht, Internationales Recht, Zivilrecht, Strafrecht, Familienrecht, Zivilrecht, Arbeitsrecht

Rechtliche Einschätzung der Kanzlei Kreutzer, München: Schiffsfonds wurden in den Anlageberatungsgesprächen häufig als sichere und renditestarke Kapitalanlage dargestellt. Dass es sich tatsächlich in aller Regel um spekulative Geldanlagen mit einem Totalverlust-Risiko für die Anleger handelt, war auch schon vor dem Ausbruch der Finanzkrise klar. Als durch die Finanzkrise eine lange Reihe von Schiffsfonds in große wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet, wurden die Risiken auch sichtbar. Umso wichtiger und auch zwingend erforderlich wäre es gewesen, die Anleger im Zuge einer ordnungsgemäßen Anlageberatung auch umfassend über die Risiken und insbesondere über das Totalverlust-Risiko aufzuklären. Ein langjähriger Chartervertrag macht noch keine sichere Geldanlage aus. Wurden die Risiken in den Beratungsgesprächen ganz oder teilweise verschwiegen, bestehen gute Aussichten, Schadensersatzansprüche durchzusetzen.

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