Münchner Polizei sucht Ex-Chef von Siemens-Griechenland
AFP VOM 3.6.2009 | Nachrichten - Allgemein | 1225 Aufrufe Mehr zum Thema:Siemens, Schmiergeld
Angehörige in Griechenland in Untersuchungshaft
Die Generalstaatsanwaltschaft München hat den früheren Chef von Siemens in Griechenland, Michael Christoforakos, zur Fahndung ausgeschrieben. Nach Christoforakos wird auf Grund eines europäischen Haftbefehls wegen dessen mutmaßlicher Beteiligung an Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen 2004 in Athen gesucht, teilte die Ermittlungsbehörde mit. In Griechenland wurden unterdessen Angehörige Christoforakos' in Untersuchungshaft genommen.
Der Haftbefehl gegen den in München vermuteten Christoforakos besteht demnach bereits seit zwei Wochen. Die deutschen Ermittler wurden aber erst jetzt tätig, nachdem Griechenland ergänzende Angaben zu den Tatvorwürfen und der Frage einer möglichen Verjährung gemacht hatte.
Im Zusammenhang mit dem Korruptionsskandal sind die Angehörigen Christoforakos' in Untersuchungshaft genommen worden. Wie die griechische Justiz mitteilte, stehen die Ehefrau von Christos Karavellas, Martha, sowie seine Tochter Vilma im Verdacht, sich der Geldwäsche mitschuldig gemacht zu haben. Die beiden Frauen stritten die Vorwürfe ab. Sie waren am Montag und Dienstag mit zwei weiteren Töchtern Christos' festgenommen worden. Die beiden jungen Frauen kamen jedoch gegen Kaution und strenge Auflagen frei.
Der Haftbefehl gegen den Ex-Finanzmanager des Unternehmens in Griechenland war am Freitag ausgestellt worden, nachdem Karavellas nicht zu einer Gerichtsanhörung erschienen war. Er sollte im Zusammenhang mit einer Korruptionsaffäre befragt werden, in die auch die beiden größten Parteien des Landes verstrickt sind. Er ist seitdem auf der Flucht. Am 20. Mai war bereits ein Haftbefehl gegen den früheren Chef des Industriekonzerns in Griechenland, Michalis Christoforakos, erlassen worden. Die griechische Justiz bemüht sich um eine Auslieferung von Christoforakos, der in München vermutet wird.
Siemens wird vorgeworfen, Lokalpolitiker und Mitarbeiter der griechischen Telekommunikationsgesellschaft OTE bestochen zu haben, um sich die Vergabe eines Auftrags vor den Olympischen Spielen im Jahr 2004 zu sichern. Neben Christoforakos, der die griechische und die deutsche Staatsbürgerschaft hat, sollen auch andere Manager darin involviert gewesen sein. Wie die Münchner Generalstaatsanwaltschaft weiter bestätigte, wird auch nach einem ebenfalls in der bayerischen Landeshauptstadt vermuteten zweiten Manager mit griechischer Staatsangehörigkeit gesucht.
3. Juni 2009 - 21.15 Uhr
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