London wollte wegen Lockerbie-Attentäter Beziehungen nicht gefährden
AFP VOM 1.9.2009 | Nachrichten - Nachrichten | 543 Aufrufe Mehr zum Thema:Lockerbie
Briefe Straws an schottische Regierung veröffentlicht
Die Beziehungen zwischen Libyen und Großbritannien haben bei der Entscheidung über die Freilassung des Lockerbie-Attentäters Abdelbasset Ali Mohammed el Megrahi offenbar doch eine Rolle gespielt. Aus Briefen des britischen Außenministers Jack Straw an die schottische Regierung geht hervor, dass Straw seinen ursprünglichen Widerstand gegen Megrahis Freilassung aufgab, um die Beziehungen zu Tripolis nicht zu gefährden. Angesichts anhaltender Spekulationen, Megrahi sei auch freigekommen, um einen Öl- und Gasdeal mit Libyen in Milliardenhöhe nicht zu gefährden, hatte sich die britische Regierung zur Veröffentlichung der Briefe entschlossen.
Hatte Straw ursprünglich Megrahi ausdrücklich von einem Abkommen zu einem libysch-britischen Gefangenenaustausch ausschließen wollen, gab er im Verlauf der Monate sein "Nein" auf. So schreibt er am 11. Februar 2008, es sei nicht "notwendig oder sinnvoll", mit einer entsprechenden Ausschlussklausel "unseren weitreichenden und vorteilhaften Beziehungen zu Libyen zu schaden". Gleichzeitig macht er aber deutlich, dass die Entscheidung bei Schottland liege. Im August beschloss die schottische Regierung schließlich, den krebskranken Lockerbie-Attentäter zu begnadigen und in seine Heimat zu entlassen.
Mit keinem Wort erwähnt Straw in seinen Briefen die britischen Handelsbeziehungen zu Libyen. Seinen Meinungsumschwung erklärt er eher allgemein mit den "überwältigenden Interessen" Großbritanniens. Unter anderem bezeichnet er Libyen als "wichtigen Partner im Kampf gegen den Terrorismus". Die britische Regierung hatte am Wochenende Behauptungen entschieden zurückgewiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen den britisch-libyschen Geschäften und Megrahis Freilassung gebe.
1. September 2009 - 21.51 Uhr
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