Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
468.561
Registrierte
Nutzer

Lohnfortzahlung u. Urlaubsentgelt bei 400-Euro-Job

5.1.2011 Thema abonnieren Zum Thema: Lohnfortzahlung
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11246 Beiträge, 3344x hilfreich)
Lohnfortzahlung u. Urlaubsentgelt bei 400-Euro-Job

Hallo an alle Wissenden:

Mich würde mal Eure Einschätzung zu folgender Regelung in einem Arbeitsvertrag für eine geringfügige Beschäftigung interessieren:

quote:
Der Arbeitnehmer erhält als Arbeitsentgelt für die erbrachte Tätigkeit Euro 6,30/Std. brutto. Dieser setzt sich aus dem eigentlichen Grundlohn in Höhe von 5,14 Euro und einem Betrag in Höhe von 1,16 Euro als im voraus geleistetes Entgelt für den Jahresurlaub und als im voraus geleistete Entgeltfortzahlung für Kranktage zusammen. Mit der Vergütung sind daher alle Urlaubs- und Kranktage vergütet und abgegolten. Das monatliche Arbeitsentgelt beträgt nicht mehr als 400 Euro.

Ist eine solche vertragliche Regelung zulässig, oder müsste nicht vielmehr bei Urlaub oder Krankheit ein Durchschnittslohn weiter gezahlt werden?

Danke für Eure Antworten.

Gruß,

Axel

-----------------
"Ausführliche Infos zu ALG 2 auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info"

Verstoß melden

Arbeitsrechtlicher Notfall?

Ein erfahrener Anwalt im Arbeitsrecht gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten

Nicht genau ihre Frage? Wir haben 190 weitere Fragen zum Thema
Lohnfortzahlung


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
arbeits-zorro
Status:
Schüler
(304 Beiträge, 276x hilfreich)

Hallo

Die Klausel ist unwirksam.

Urlaub muss in Natura gewährt werden. Du kannst also ganz normal Urlaub beantragen. Der gesetzliche Mindestanspruch liegt bei 24 Werktagen bei einer 6 Tage Woche.

Auch die Entgeltfortzahlung kann nicht auf diese Weise umgangen werden. Der AG muss im Krankeitsfall 6 Wochen lang das weiter zahlen, was verdient worden wäre, wenn man gesund gewesen wäre. Im Zweifel wäre das dann der Durchschnittslohn der letzten 13 Wochen.


Gruß
AZ

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11246 Beiträge, 3344x hilfreich)

@arbeits-zorro:

Danke für Deine Antwort.

Das Urlaub gewährt werden muss, steht außer Frage. Das sieht auch der Arbeitgeber so. Die Frage ist halt, ob auch während des Urlaubs Lohn gezahlt werden muss. Und da würde ich das, was Du zur Lohnfortzahlung bei Krankheit schreibst, dann auch mal auf die Zeit des Urlaubs übertragen. Korrekt?

quote:
Im Zweifel wäre das dann der Durchschnittslohn der letzten 13 Wochen.

Wieso ausgerechnet 13 Wochen?

Gruß,

Axel

-----------------
"Ausführliche Infos zu ALG 2 auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info"

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
arbeits-zorro
Status:
Schüler
(304 Beiträge, 276x hilfreich)

quote:
Und da würde ich das, was Du zur Lohnfortzahlung bei Krankheit schreibst, dann auch mal auf die Zeit des Urlaubs übertragen. Korrekt?

Richtig!
Das was ich zur Lohnfortzahlung schrieb, kommt mehr oder weniger sogar aus dem Bundesurlaubsgesetz.

http://dejure.org/gesetze/BUrlG/11.html


quote:
Wieso ausgerechnet 13 Wochen?


Naja, das Entgeltfortzahlungsgesetz schreibt die 13 Wochen nicht vor. Dort wird gesagt, dass dem Arbeitnehmer "das ihm bei der für ihn maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit zustehende Arbeitsentgelt fortzuzahlen" sei.

Bei schwankenden Arbeitszeiten zieht man dann die 13 Wochenregel aus dem BurlG heran.

Gruß
AZ

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Die wichtigsten Probleme im Arbeitsrecht
Die Antworten findet ihr hier:


Die wichtigsten Probleme im Arbeitsrecht

Abmahnung, Kündigung, Urlaub, Datenschutz und mehr - die häufigsten Probleme zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber / Mit dem Arbeitsrecht kommt man oft schon während der Schul- oder Studienzeit beim Jobben in Berührung. Als Berufstätiger sind Kenntnisse der wesentlichen arbeitsrechtlichen Regelungen in jedem Fall notwendig.. mehr