Lösung im Streit um zwei Schweizer in Libyen in Sicht
AFP VOM 22.2.2010 | Nachrichten - International | 873 Aufrufe Mehr zum Thema:Göldi, Libyen
Verurteilter Max Göldi stellt sich Behörden in Tripolis
In den Streit um zwei in Libyen festgehaltene Schweizer ist nach monatelangem diplomatischem Tauziehen Bewegung gekommen: Nach einem Ultimatum Libyens an die Schweiz stellte sich der zu einer Haftstrafe verurteilte Geschäftsmann Max Göldi den libyschen Behörden, der freigesprochene Rachid Hamdani durfte ausreisen. Der Fall hatte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen beiden Ländern geführt.
Göldi und Hamdani waren im Juli 2008 in dem nordafrikanischen Land festgenommen und zunächst gegen Kaution freigelassen worden. Sie kamen in der Schweizer Botschaft unter, wurden aber an der Ausreise gehindert. Nach wechselseitigen Drohungen und Repressalien stellte Libyen Bürgern aus dem gesamten Schengen-Raum zuletzt keine Einreise-Visa mehr aus.
Göldi verließ am Montagmittag die Schweizer Botschaft in Tripolis und wurde zu einem Zivilfahrzeug gebracht, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Ein Polizist legte ihm Handschellen an, das davonfahrende Auto wurde von mehreren Polizeiautos begleitet. Nach Angaben seines Anwalts Salah Sahaf sollte Göldi in ein Gefängnis gebracht werden, wo er eine viermonatige Haftstrafe absitzen muss. Seine Anwälte wollten jedoch ein Gnadengesuch für ihn einreichen.
Der zweite in Libyen festsitzende Schweizer, der freigesprochene Rachid Hamdani, hatte zuvor ein Ausreise-Visum bekommen. Der Geschäftsmann, der einen schweizerischen und einen tunesischen Pass hat, machte sich daraufhin mit dem Auto auf den Weg in das Nachbarland, wie Sahaf sagte.
Libyen hatte der Schweizer Botschaft in Tripolis zuvor ein Ultimatum bis Montagmittag gestellt, um Göldi den libyschen Behörden zu übergeben. Andernfalls werde Libyen "Maßnahmen" ergreifen. Libyens Außenminister Musa Kusa kündigte zugleich an, dass Hamdani das Land verlassen könne.
Die beiden Schweizer waren im November 2009, fast anderthalb Jahre nach ihrer Festnahme, zu 16 Monaten Haft und einer Geldstrafe von umgerechnet jeweils 1100 Euro verurteilt worden. Ihnen wurden Steuerflucht und ein Verstoß gegen das Einwanderungsgesetz zur Last gelegt.
Die Verfahren gegen die beiden Schweizer galten als Reaktion auf die kurzzeitige Festnahme von Hannibal Gaddafi, einem Sohn des libyschen Machthabers Muammar el Gaddafi, im Sommer 2008 in Genf. Dem Gaddafi-Sohn und seiner Frau war damals vorgeworfen worden, zwei Angestellte eines Hotels misshandelt zu haben.
22. Februar 2010 - 15.18 Uhr
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