Libanon genehmigt Vernehmung des zweiten Kofferbombers Seite 1 - AFP vom 04.05.2008
Der mutmaßliche Kofferbomber Jihad H. (ddp)
Libanon genehmigt Vernehmung des zweiten Kofferbombers
Anwalt rechnet mit Gerichts-Reise noch im Juli
Die libanesische Justiz hat grünes Licht für die Vernehmung des zweiten Kofferbombers gegeben. Nach Informationen des Magazins "Focus" gab der zuständige Generalstaatsanwalt Said Mirza dem deutschen Rechtshilfeersuchen im Rahmen des Düsseldorfer Terrorprozesses statt und machte damit den Weg zur Vernehmung von Jihad H. frei. Richter, Anwälte und Vertreter der Bundesanwaltschaft sollten nach Beirut fliegen. Deren Fragen solle ein libanesischer Richter an den Verurteilten stellen. "Wir rechnen noch im Juli mit der Reise", sagte Anwalt Johannes Pausch dem Magazin.
Pausch ist der Anwalt des in Deutschland für die fehlgeschlagenen Attentate auf Regionalzüge angeklagten Youssef Mohamad E.H. Der genaue Termin wird dem Bericht zufolge aus Sicherheitsgründen geheim gehalten.
Die defekten Sprengsätze waren am 31. Juli 2006 im Kölner Hauptbahnhof in zwei Regionalzügen deponiert worden. E.H. wurde am 19. August 2006 in Kiel festgenommen; wenige Tage später stellte sich Jihad H. den Behörden im Libanon. Er wurde am 18. Dezember in Beirut zu zwölf Jahren Haft verurteilt, gegen E.H. verhängten die libanesischen Richter in Abwesenheit eine lebenslangeFreiheitsstrafe.